Gesundheit

NRW führt Maskenpflicht auch im Unterricht ein – Hohe Trefferquote bei Urlaubertests

Die Corona-Pandemie hält die Welt weiterhin in Atem: Mehr als 17 Millionen Menschen haben sich bisher mit dem Coronavirus infiziert, 210.724 davon in Deutschland. Die USA melden beinahe täglich neue Rekordzahlen. Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise aus Deutschland, Europa und der Welt lesen Sie im News-Ticker von FOCUS Online.

Corona-News aus Deutschland und der Welt – die Topmeldungen: Alle 15 Sekunden stirbt ein Infizierter (7.28 Uhr) +++ Erneut mehr als 700 Neuinfektionen – R-Wert weiter knapp über 1 (21.45 Uhr) +++ Maskenpflicht in Amsterdam und Rotterdam: Infektionen verdoppelt (18.41 Uhr) +++ Bundesregierung hebt Reisewarnung für Türkei teilweise auf (17.06 Uhr) +++ Zehn Fälle im Personal: Mallorca-Hotel muss für den Rest der Saison schließen (16.55 Uhr)

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TOP-NEWS: Alle 15 Sekunden stirbt ein infizierter Mensch

7.38 Uhr: Weltweit sind inzwischen mehr als 700.000 Menschen an einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Einer Reuters-Erhebung auf Basis offizieller Zahlen zufolge sterben täglich fast 5900 Menschen weltweit. Im Schnitt stirbt alle 15 Sekunden ein Mensch.

Bisher höchste Zahl täglicher Corona-Toter in Australien

7.28 Uhr: In Australien ist die höchste tägliche Zahl von Coronavirus-Todesopfern seit Beginn der Pandemie verzeichnet worden. Wie die Behörden im Bundesstaat Victoria am Mittwoch mitteilten, wurden dort binnen 24 Stunden weitere 15 Corona-Tote gezählt. Bislang war in ganz Australien an keinem Tag eine solch hohe Zahl neuer Todesopfer registriert worden. 

Melbourne, die Hauptstadt von Victoria und zweitgrößte Stadt des Landes, hatte sich in den vergangenen Wochen zu einem Brennpunkt der Pandemie entwickelt. Täglich werden dort hunderte neue Infektionsfälle verzeichnet. Allein am Mittwoch waren es 725 neue Fälle.  dpa/Daniel Pockett/AAP/dpa Mann vor der Skyline von Melbourne: Die Millionen-Metropole geht wegen eines starken Anstiegs der Infektionen erneut in einen Lockdown – und zwar gleich für sechs Wochen.

Die Ausbreitung des Virus konnte auch durch die seit fast einem Monat in Melbourne geltenden strikten Ausgangsbeschränkungen nicht gebremst werden. Besonders in Altenheimen der Stadt hat sich das Virus rasant verbreitet.

Zweiter Tag in Folge Rückgang der Corona-Neuinfektionen in den USA

7.27 Uhr: In den USA ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus den zweiten Tag in Folge zurückgegangen. Innerhalb von 24 Stunden seien 46.321 neue Ansteckungen registriert worden, teilte am Montagabend die Johns-Hopkins-Universität mit. Zugleich habe es 532 weitere Todesfälle gegeben. US-Präsident Donald Trump genügten die Zahlen für einen optimistischen Blick in die Zukunft.

In der vergangenen Woche waren US-weit an fünf Tagen hintereinander mehr als 60.000 neue Fälle registriert worden. Am Sonntag sank die Zahl dann auf 47.508, nun ging sie nochmals leicht zurück. Insgesamt wurden in den USA bisher mehr als 4,7 Millionen Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus registriert, mehr als 155.000 Menschen starben. Dies sind weltweit mit Abstand die meisten Opfer. Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

NRW plant Bußgeld für "Masken-Muffel"

Mittwoch, 5. August, 7.24 Uhr: Nordrhein-Westfalen will bei Verstößen gegen die Maskenpflicht in Bussen, S-Bahnen oder Straßenbahnen künftig sofort ein Bußgeld von 150 Euro abkassieren. NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) sagte der "Rheinischen Post" (Mittwoch): "Wer ohne Mund-Nasen-Schutz erwischt wird, muss an der nächsten Haltestelle raus und zahlen. Wir wollen eine Verschärfung, so dass unmittelbar beim ersten Verstoß gegen die Maskenpflicht ein Bußgeld von 150 Euro fällig ist." Bisher werden Bußgelder nur erhoben, wenn Fahrgäste sich trotz Aufforderung weigerten, die Maske aufzusetzen. Wüst sagte, man wolle "keine lange Diskussion mehr mit Masken-Muffeln".

Wieder mehr als 1000 Neu-Infektionen in der Türkei

22.23 Uhr: In der Türkei ist die Zahl der Neu-Infektionen erstmals seit 3 Wochen wieder über die Marke von 1000 gestiegen. Das berichtet die Nachrichtenagentur „Reuters“. Es handele sich um einen „schwerwiegenden Anstieg“ erklärte Gesundheitsminister Fahrettin Koca. Die türkische Regierung hatte 1000 zuvor als Schwelle ausgerufen, ab der man über verschärfte Corona-Maßnahmen nachdenken müsse. In der Türkei haben sich bisher knapp 235.000 Menschen mit dem Virus infiziert, 5765 starben daran. 

Erneut mehr als 700 Neuinfektionen – R-Wert weiter knapp über 1

21.45 Uhr: Am Dienstag meldeten die Bundesländer insgesamt 211.439 Infizierte mit dem Coronavirus. Das sind 715 mehr als am Vortag – und damit wie am Vortag mehr als 700 Neu-Infizierte. 8309 davon gelten als aktiv infiziert. Neun weitere Menschen starben an dem Virus, womit sich die Zahl der Todesfälle auf 9130 erhöht.

Die Reproduktionszahl, kurz RWert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 4.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,02 (Vortag: 1,09). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 37.522 (1847 Todesfälle)
  • Bayern: 51.278 (2621 Todesfälle)
  • Berlin: 9398 (223 Todesfälle)
  • Brandenburg: 3601 (173 Todesfälle)
  • Bremen: 1793 (56 Todesfälle)
  • Hamburg: 5460 (231 Todesfälle)
  • Hessen: 12.199 (521 Todesfälle)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 889 (20 Todesfälle)
  • Niedersachsen: 14.617 (654 Todesfälle)
  • Nordrhein-Westfalen: 49.727 (1744 Todesfälle)
  • Rheinland-Pfalz: 7601 (239 Todesfälle)
  • Saarland: 2860 (174 Todesfälle)
  • Sachsen: 5556 (224 Todesfälle)
  • Sachsen-Anhalt: 2038 (64 Todesfälle)
  • Schleswig-Holstein: 3516 (157 Todesfälle)
  • Thüringen: 3384 (182 Todesfälle)

Gesamt (Stand 04-08.2020, 20.00 Uhr): 211.439 (9130 Todesfälle)

Vortag (Stand 03.08.2020, 20.10 Uhr): 210.724 (9121 Todesfälle)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

Die Zahl der Geheilten liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei rund 194.000

Die Zahl der aktiven Fälle liegt damit bei rund 8309

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl: 0,99

49 Infizierte in Hamburger Werft – Mitarbeiter von Arbeit freigestellt

19.45 Uhr: Auf der Hamburger Werft Blohm+Voss sind bei einem Massentest 49 weitere Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Einige Testergebnisse stünden noch aus, teilte die Bremer Lürssen Werft als Muttergesellschaft am Dienstagabend mit. Bei Blohm+Voss waren am Montag rund 500 Mitarbeiter eines gut abgrenzbaren Bereichs auf freiwilliger Basis getestet worden, nachdem Ende vergangener Woche dort bei sechs ihrer Kollegen das Virus festgestellt worden war.

"Im Rahmen unserer Fürsorgepflicht haben wir uns auf Basis der aktuellen Test-Ergebnisse dazu entschieden, die vorsorgliche Maßnahme der Massentestung auf die gesamte Werft auszuweiten", teilte Lürssen mit. Noch am Dienstag sollte damit begonnen werden.

Bis zum Vorliegen des Testergebnisses seien die Mitarbeiter bei Bezahlung von der Arbeit freigestellt. Eine Woche später sei ein zweiter Kontrolltest für alle negativ Getesteten geplant. Bei allen Maßnahmen stehe man mit den Hamburger Behörden in engem Austausch, hieß es. Markus Scholz/dpa

TOP-NEWS: Maskenpflicht in Amsterdam und Rotterdam: Corona-Infektionen verdoppelt

18.41 Uhr: Als erste niederländische Städte führen Amsterdam und Rotterdam eine Maskenpflicht ein. An belebten Straßen, auf Plätzen und Märkten muss ab Mittwoch eine Gesichtsmaske getragen werden, teilten die Städte mit. Am Dienstag wurden in der Innenstadt von Amsterdam darunter auch im Rotlichtviertel gelbe Warnschilder aufgestellt. Wer sich nicht an die Auflage hält, dem droht eine Geldbuße von 95 Euro. Auch in überdachten Einkaufszentren und in Geschäften mit viel Kunden muss jeder ab 13 Jahre eine Maske tragen.

Die Städte reagieren damit auf die schnell steigenden Infektionszahlen. Vor allem in der Innenstadt von Amsterdam wird wegen der großen Zahl von Touristen der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern oft nicht eingehalten. Landesweit sind Masken bisher nur im öffentlichen Nahverkehr Pflicht.

In der vergangenen Woche waren in den Niederlanden fast 2600 Neu-Infektionen gemeldet worden, das ist fast doppelt soviel wie in der Vorwoche. Das nationale Institut für Gesundheit und Umwelt sprach von einer "besorgniserregenden Entwicklung." Das Corona-Virus verbreitet sich den Angaben zufolge vor allem in Amsterdam und Rotterdam schnell. Ein Viertel der Neuinfizierten ist zwischen 20 und 29 Jahre alt.

In der vergangenen Woche waren sechs Patienten an Covid-19 gestorben. Insgesamt wurden bislang rund 6000 Todesopfer registriert. Die tatsächliche Zahl wird weit höher geschätzt, da nicht alle Gestorbenen auch getestet worden waren. AFP

TOP-NEWS: Bundesregierung hebt Reisewarnung für Türkei teilweise auf

17.06 Uhr: Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für die Türkei teilweise aufgehoben. Das Auswärtige Amt teilte am Dienstag in seinen Reisehinweisen im Internet mit, dass die formelle Warnung vor touristischen Reisen in die Provinzen Antalya, Izmir, Aydin und Mugla entfällt.

Bei allen vier Provinzen handelt es sich um Urlaubsregionen an der Westküste. Bisher zählte die Türkei zu den etwa 160 Ländern außerhalb der Europäischen Union und des Schengen-Raums, für die die Reisewarnung eigentlich bis zum 31. August galt. Mit dem jetzigen Schritt macht die Bundesregierung erstmals eine Ausnahme.

Das Auswärtige Amt betonte, dass sie die Reisewarnung "unter der Voraussetzung der strikten Einhaltung des von der türkischen Regierung verfügten umfassenden Tourismus- und Hygienekonzepts" aufgehoben habe. "Dieses beinhaltet u.a. eine verpflichtende PCR-Testung für alle Reisenden in der Türkei innerhalb von 48 Stunden vor Rückreise nach Deutschland."

Die Kosten von umgerechnet 15 Euro in einem zertifizierten Labor beziehungsweise 30 Euro am Flughafen müssten die Reisenden selbst tragen. Positiv Getestete müssen sich in der Türkei in Quarantäne beziehungsweise in ärztliche Behandlung begeben.

Die Türkei hatte viele Wochen auf diesen Schritt gedrungen. Die deutschen Urlauber gehören zu den größten Touristengruppen in der Türkei.

Corona-Fälle im Personal: Mallorca-Hotel muss für den Rest der Saison schließen

16.55 Uhr: Nach insgesamt 10 Corona-Fällen beim Personal muss das Hotel „Club Cala Barca“ auf Mallorca schließen. Das berichtet das spanische Portal "Ultima Hora". Demnach habe sich ein Mitarbeiter vor rund einer Woche krankgemeldet. Daraufhin sei das Personal getestet worden, wodurch neun weitere Fälle festgestellt wurden.

Das Hotel nimmt nun keine neuen Reservierungen an, bereits gebuchte Reservierungen wurden auf ein 40 Kilometer entferntes Hotel umgeschrieben. Bisher zeige keiner der Gäste Symptome. Die letzten Gäste werden das Hotel am Sonntag verlassen, dann steht eine umfangreiche Desinfizierung des Geländes an. In der laufenden Saison wir das Hotel nicht mehr öffnen.

TOP-NEWS: Zweite Corona-Welle rollt auf Frankreich zu

15.39 Uhr: In Frankreich wächst die Sorge vor einer zweiten Welle der Corona-Pandemie. Der wissenschaftliche Rat von Experten, der die Regierung berät, bezeichnet es nun als "sehr wahrscheinlich", dass es im Herbst oder Winter eine zweite Epidemie-Welle geben könnte. Staatschef Emmanuel Macron appellierte am Dienstag im südfranzösischen Toulon an seine Landsleute, die geltenden Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten.

Frankreich gehört zu den Ländern in Europa, die besonders stark getroffen sind. Mehr als 30 000 Menschen starben. Bei einem Besuch in der Hafenstadt Toulon kündigte Macron an, dass professionelle Helferinnen und Helfer, die alte und behinderte Menschen zu Hause betreuen, bis zum Jahresende Prämien bekommen. Dafür sollen 160 Millionen Euro fließen. Macron verbringt in der nahegelegenen Residenz Fort de Brégançon seinen Sommerurlaub.

Nach Einschätzung des wissenschaftlichen Rats ist die Lage unter Kontrolle, aber unsicher. Das Virus sei im Sommer wieder stärker im Umlauf. "Die Zukunft der Epidemie ist größtenteils in den Händen der Bürger", urteilten die Experten. Es müsse deshalb weiter Aufklärungskampagnen geben, heißt es in einem neuen Bericht an die Regierung von Ende Juli, der nun öffentlich gemacht wurde. dpa/Stephanie Lecocq/EPA Pool/AP/dpa Frankreichs Präsident Emmanuel Macron

Auch Mecklenburg-Vorpommern führt Maskenpflicht auf Schulgelände ein

15.27 Uhr: In Mecklenburg-Vorpommern müssen Schüler und Lehrer künftig auf dem Schulgelände eine Mund-Nase-Bedeckung tragen. Die Maskenpflicht gelte ab Klasse fünf, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Dienstag in Schwerin. Ausgenommen seien die Klassenräume. Das neue Schuljahr hatte am Montag in Mecklenburg-Vorpommern begonnen.

TOP-NEWS: Polen verzeichnet Rekordwert an Neuinfektionen

13.39 Uhr: Polen hat so viele neue Corona-Fälle registriert wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Dienstag verzeichneten die Behörden 680 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, wie das Gesundheitsministerium in Warschau mitteilte. Der bisherige Rekordwert wurde am Samstag erfasst, er lag bei 658 Neuinfektionen. In Polen haben sich nach offiziellen Angaben bislang 48 149 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 1738 Menschen starben demnach mit dem Virus.

Das Virus scheint sich auch unter Parlamentariern in Warschau auszubreiten. Drei Mitglieder des Senats, der zweiten Kammer des Parlaments, sind bereits positiv getestet worden. Plenarsitzungen wurden verschoben. Die für Donnerstag geplante Amtseinführung und Vereidigung von Präsident Andrzej Duda für seine zweite Amtszeit soll aber unter Corona-Schutzmaßnahmen stattfinden. Duda wird seinen Eid vor der Nationalversammlung abgelegen, die aus den Vertretern beider Kammern des Parlaments besteht. dpa/Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpabild Kontrollen im Mai am Grenzübergang Stadtbrücke von Frankfurt (Oder) ins polnische Slubice.

Wegen mehrerer Corona-Fälle unter Händlern bleibt ab Dienstag auch der bei deutschen Kunden beliebte zentrale Markt in der westpolnischen Grenzstadt Slubice nahe Frankfurt/Oder geschlossen. Alle Händler und Standbesitzer sollen getestet werden, teilte die Stadt bereits am Montag mit. In den kommenden Tagen sollen auch die Händler von zwei weiteren Märkten in der Stadt einen Corona-Test machen. Nur nach einem negativen Testergebnis sollen die Markthändler wieder zu ihrer Arbeit zurückkehren dürfen, sagte der Leiter des örtlichen Gesundheitsamtes.

Nach Trauerfeierin Meck-Pomm: Mehr als 100 Personen auf Corona getestet

12.35 Uhr: Nach einer Trauerfeier in Parchim sind am Dienstag vorsorglich mehr als 100 Teilnehmer und Kontaktpersonen auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Eine nachweislich infizierte Person habe möglicherweise an der Veranstaltung am vergangenen Wochenende teilgenommen, sagte ein Sprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim. Über die Teilnahme gebe es unterschiedliche Aussagen, deshalb sei vorsorglich ein mobiles Abstrichteam nach Parchim geschickt worden. Es gehe darum, mögliche Ansteckungswege frühzeitig zu unterbinden. Das stationäre Testzentrum dort ist aufgrund rückläufiger Fallzahlen kürzlich geschlossen worden. Bild: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild Ein Abstrichstäbchen wird in einer ambulanten Corona-Test-Einrichtung gehalten. 

NRW-Ministerin zu Maskenpflicht: Schulverweis bei groben Verstößen

11.01 Uhr: Wenn Schüler in NRW dauerhaft gegen die neue Maskenpflicht verstoßen, können sie auch von der Schule verwiesen werden. Darauf hat die nordrhein-westfälische Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) in einem WDR2-Interview hingewiesen. Gebauer sagte dem Sender: "Wenn sich Schülerinnen und Schüler konstant nicht – weder im Unterricht noch auf den anderen Flächen – daran halten, kann das auch mit einem Verweis von der Schule beziehungsweise einem vorübergehenden einhergehen."

Am Montag hatte Gebauer eine weitgehende Maskenpflicht zunächst bis zum 31. August angekündigt. An allen weiterführenden und berufsbildenden Schulen soll sie sowohl im Gebäude als auch im Unterricht gelten. Damit gibt das Bundesland in diesem Bereich nun die strengsten Regeln vor.

Gebauer verwies darauf, dass die Maske aus "pädagogisch sinnvollen Gründen" auch zwischendurch abgenommen werden könne. Auch aus medizinischen Gründen. So sei ihr bewusst, dass ein Mund-Nasen-Schutz bei heißem Wetter eine besondere Beeinträchtigung sei. Gebauer verteidigte die Maskenpflicht dennoch: Das derzeitige Infektionsgeschehen in NRW mache sie alternativlos.

TOP-NEWS: Inzwischen 166 Corona-Infizierte bei Konservenhersteller in Mamming

10.08 Uhr: Wie die "Passauer Neue Presse" berichtet, ist die Zahl der Corona-Infizierten in einer Konservenfabrik in Mamming (Landkreis Dingolfing) auf 166 angestiegen. Damit wurde fast ein Drittel der Mitarbeiter des Unternehmens positiv auf Sars-Cov-2 getestet. Der Betrieb sei vorerst stillgelegt worden, Saison- sowie festangestellte Mitarbeiter befänden sich aktuell in Quarantäne, heißt es in dem Bericht.

Das Blatt zitiert Landrat Werner Bumeder mit den Worten: "Die hohe Zahl an Neuinfektionen ist natürlich ein herber Rückschlag." Nach einer ersten Reihenuntersuchung waren am Wochenende 43 Corona-Infektionen in dem Betrieb registriert worden. Bumeder meint außerdem: "Die schnell fortschreitenden und hohen Infektionszahlen lassen vermuten, dass das Corona-Virus dort schon vor längerer Zeit ausgebrochen war und inzwischen deshalb so viele Mitarbeiter infiziert sind."

Dennoch bleibe man bei der Einschätzung, dass es sich beim aktuellen Infektionsgeschehen um eine "geschlossene Einheit" handele, so der Landrat. Das würden auch die Ergebnisse der täglichen Bürgertests bestätigen.

Ärzteverband: "Wir befinden uns schon in einer zweiten, flachen Anstiegswelle"

09.52 Uhr: Eine vielfach befürchtete zweite Corona-Welle hat Deutschland nach Einschätzung des Ärzteverbandes Marburger Bund bereits erfasst. "Wir befinden uns ja schon in einer zweiten, flachen Anstiegswelle", sagte die Vorsitzende Susanne Johna der "Augsburger Allgemeinen" (Dienstagsausgabe). Zugleich versicherte sie, dass die Krankenhäuser darauf vorbereitet seien.

Anders als bei der ersten Welle sollten Krankenhausbetten diesmal allerdings nicht pauschal, sondern am Bedarf orientiert freigehalten werden, sagte Johna. "Weil sich das Pandemie-Geschehen langsam aufbaut, müssen wir für Covid-19-Patienten gestuft Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen." Es müsse also eine zeitliche Staffelung der sogenannten Vorhaltung an Betten geben.

Angesichts der steigenden Zahl an Neuinfektionen äußerte die Ärztevertreterin die Befürchtung. "dass wir die Erfolge, die wir bislang in Deutschland erzielt haben, in einer Kombination aus Verdrängung und Normalitätssehnsucht wieder verspielen". So lange es keine Arzneimittel zur Behandlung von Covid-19 gebe, müsse die Verbreitung des Virus eingedämmt werden. "Das geht nur über die AHA-Formel – Abstand, Hygiene, Alltagsmaske – und lokale Quarantäne."

Chef der Lehrergewerkschaft beschwört: Regelschulbetrieb wie vor Corona ist "Illusion"

08.30 Uhr:  "Es wird keinen flächendeckenden, vollumfänglichen Regelschulbetrieb wie vor Corona geben. Diese Illusion geht auf das Konto der Politik, die etwas als realisierbar darstellt, was selbst bei gleichbleibend niedrigem Infektionsgeschehen nicht umgesetzt werden könnte": Das sagte Udo Beckmann, der Leiter des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) der "Welt" in einem aktuellen Interview. Beckmann zufolge habe es bereits vor Corona einen Lehrkräftemangel an deutschen Schulen gegeben. Durch die Pandemie habe sich die Situation weiter verschärft, da rund fünf bis 15 Prozent der Lehrer zur Risikogruppe gehörten und daher fehlten.

Unklar sei laut dem Fachmann zudem, " wie ein normalisierter Schulbetrieb unter Berücksichtigung der realen Bedingungen funktionieren kann und soll, also inwieweit beispielsweise mit einer Ausdünnung der Stundentafel oder einem eingeschränkten Betreuungsangebot unterrichtet werden soll". Ein Ausbau der Digitalisierung an Schulen sei für Beckmann bisher noch nicht erkennbar. Daneben reiche eine Maskenpflicht im Unterricht laut dem Leiter des VBE nicht aus, um Ansteckungen im Klassenzimmer zu verhindern.

Vielmehr benötige man Lüftungskonzepte, Filteranlagen und müsse über den Schutz durch Plexiglasscheiben nachdenken. Beckmann fordert: "Alle Gedankenspiele der Politik müssen sich an der Realität und den zur Verfügung stehenden Ressourcen orientieren. Es braucht klare Rahmenvorgaben mit ausreichendem Handlungsspielraum für die Schulleitung vor Ort."


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  • Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

    • Baden-Württemberg: 37.463 (1847 Todesfälle)
    • Bayern: 51.217 (2621 Todesfälle)
    • Berlin: 9366 (223 Todesfälle)
    • Brandenburg: 3593 (173 Todesfälle)
    • Bremen: 1789 (56 Todesfälle)
    • Hamburg: 5443 (231 Todesfälle)
    • Hessen: 12.142 (520 Todesfälle)
    • Mecklenburg-Vorpommern: 880 (20 Todesfälle)
    • Niedersachsen: 14.555 (653 Todesfälle)
    • Nordrhein-Westfalen: 49.435 (1738 Todesfälle)
    • Rheinland-Pfalz: 7542 (239 Todesfälle)
    • Saarland: 2856 (174 Todesfälle)
    • Sachsen: 5543 (224 Todesfälle)
    • Sachsen-Anhalt: 2036 (64 Todesfälle)
    • Schleswig-Holstein: 3494 (156 Todesfälle)
    • Thüringen: 3370 (182 Todesfälle)

    Gesamt (Stand 03.08.2020, 20.10 Uhr): 210.724 (9121 Todesfälle)

    Vortag (Stand 02.08.2020, 21.37 Uhr): 209.966 (9121 Todesfälle)

    Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

    Die Zahl der Geheilten liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei rund 193.500

    Die Zahl der aktiven Fälle liegt damit bei rund 8100

    Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl: 1,09 (Stand 03.08.20)

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