Gesundheit

Schmerzmittel: Warum ASS und Ibuprofen nicht zusammen eingenommen werden sollen – Naturheilkunde & Naturheilverfahren Fachportal

ASS und Ibuprofen nicht zusammen nehmen

Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS), der als Medikament unter anderem als Aspirin erhältlich ist, wird nicht nur gegen Kopfschmerzen eingesetzt, sondern auch um die Blutgerinnung zu hemmen. Wer das Mittel aus letzterem Grund dauerhaft einnimmt, sollte unbedingt darauf achten, es nicht gleichzeitig mit Ibuprofen zu schlucken.

Millionen Menschen nehmen täglich Gerinnungshemmer ein. Die sogenannten „Blutverdünner“ werden eingesetzt, „um das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken, die durch Blutgerinnsel verursacht werden. Dazu gehören Herzinfarkte, Schlaganfälle und Venenthrombosen“, erklärt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) auf dem Portal „gesundheitsinformation.de“. Auch Acetylsalicylsäure (ASS) hemmt die Blutgerinnung und wird daher von vielen Menschen regelmäßig geschluckt. Die gleichzeitige Einnahme von Ibuprofen kann bei diesen Personen problematisch werden.

Gefahr durch langfristige Einnahme

Wie die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V. in einer aktuellen Mitteilung schreibt, helfen rezeptfreie Schmerzmittel zuverlässig – wenn sie richtig eingenommen werden. „Rezeptfrei heißt nicht harmlos. Fragen Sie Ihren Apotheker, was Sie beachten sollten“, rät Thomas Benkert, Vizepräsident der Bundesapothekerkammer.

Schmerzmittel mit den Inhaltsstoffen Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen und Paracetamol sind in Apotheken rezeptfrei verfügbar. Die Einzel- und Tageshöchstdosen sind je nach Wirkstoff unterschiedlich.

„Kopfschmerzmittel sind nicht so harmlos, wie es in der Werbung immer wieder dargestellt wird“, so Benkert. Solche Präparate sollten ohne ärztlichen Rat nicht öfter als maximal zehnmal im Monat und nicht länger als drei Tage hintereinander eingenommen werden.

Denn bei übermäßiger oder langfristiger Einnahme können diese Arzneimittel Dauerkopfschmerz, Leber- oder Nierenschädigungen verursachen.

Nicht immer zu Medikamenten greifen

Die häufige oder tägliche Einnahme kann bei Kopfschmerzpatientinnen und -patienten bereits nach vier Wochen, oft aber erst nach Jahren zum arzneimittelinduzierten Dauerkopfschmerz führen.

Vor allem Präparate, die mehr als einen Wirkstoff beinhalten, stehen laut den Fachleuten immer wieder in der Diskussion, eher zu einem Fehlgebrauch zu führen. Wichtiger als die Zusammensetzung der Präparate ist jedoch die Häufigkeit ihrer Einnahme und ihre Dosierung.

Zudem ist es ohnehin nicht ratsam, bei Kopfweh lediglich auf Medikamente zu setzen. Schließlich sind natürliche Hausmittel bei Kopfschmerzen oft deutlich effektiver.






Auf zeitlichen Abstand achten

Viele Menschen nehmen täglich ASS in geringen Dosierungen vorbeugend ein, um die Blutgerinnung zu hemmen. Wer gegen Schmerzen sporadisch zusätzlich Ibuprofen einnimmt, der sollte unbedingt auf einen zeitlichen Abstand achten:

ASS entweder eine halbe Stunde vor oder acht Stunden nach Ibuprofen einnehmen. Denn bei der gleichzeitigen Einnahme kann Ibuprofen die Wirkung von ASS hemmen.

„Der Trick mit dem Zeitabstand funktioniert aber nicht, wenn man ein ASS-Präparat einnimmt, das sich erst nach der Magenpassage auflöst. Deshalb sollten sich Patienten, die kleine Mengen ASS in der Dauertherapie brauchen, unbedingt in der Apotheke beraten lassen“, empfiehlt Benkert. (ad)

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