Gesundheit

Stabile Werte in Deutschland – nur noch 13.600 aktiv Infizierte

Die Coronavirus-Pandemie betrifft auch in Deutschland Medizin, Politik, Tourismus und Gesellschaft: Mehr als vier Millionen Menschen haben sich bereits mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert,  173.694 davon in Deutschland. Alle Neuigkeiten zur Corona-Pandemie aus Deutschland, Europa und der Welt finden Sie im News-Ticker von FOCUS Online.

Coronavirus in Deutschland und der Welt – die Topmeldungen: Neuer Corona-Ausbruch im Kreis Heinsberg (12.31 Uhr) +++ Mallorca gibt Druck deutscher Zweitwohnungsbesitzer nicht nach (11.51 Uhr) +++ Italien will Einreise aus dem Ausland ab 3. Juni wieder erlauben (09.37 Uhr)

Mehr News, Service und Ideen zur Corona-Pandemie finden Sie auf unserem Überblicksportal

Tschechien verlängert weitgehenden Einreisestopp für Ausländer

13.11 Uhr: In Tschechien läuft der wegen der Coronavirus-Pandemie verhängte Ausnahmezustand in der Nacht von Sonntag zu Montag aus. Doch der Einreisestopp für Touristen aus Deutschland und anderen Ländern bleibe auf anderer Grundlage bestehen, stellte ein Sprecher des Innenministeriums in Prag auf dpa-Anfrage klar. Das tschechische Gesundheitsministerium veröffentlichte am Samstag eine diesbezügliche Verordnung zum "Schutz vor einer Einschleppung von Covid-19". Sie gilt ab dem 18. Mai vorerst unbefristet.

TOP-NEWS: 42 Infizierte in Paketzentrum: Neuer Corona-Ausbruch im Kreis Heinsberg

12.31 Uhr: Der Paketzusteller DPD hat einen Standort im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen mit Hunderten Mitarbeitern wegen eines Corona-Ausbruchs vorübergehend geschlossen. Bislang seien 42 Beschäftigte positiv auf das Virus getestet worden, erklärte ein Unternehmenssprecher am Samstag. Es seien aber noch nicht alle Proben ausgewertet worden, bisher liegen die Ergebnisse von 167 Angestellten vor. Alle 400 Mitarbeiter aus dem Standort in Hückelhoven sind demnach in zweiwöchiger Quarantäne. Zuvor hatte der WDR berichtet.

Die Zustellung von Paketen und Abholung von Sendungen bei Kunden werde von benachbarten Standorten übernommen und sei sichergestellt, sagte der Sprecher.

Die ersten Fälle waren demnach in dieser Woche bekanntgeworden und dem Gesundheitsamt gemeldet worden. Die Behörde habe dann mobile Teststationen veranlasst, sagte der Sprecher. Das Depot soll nun gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Andere DPD-Standorte seien nicht betroffen.

Der Kreis Heinsberg gilt als besonders betroffen vom Coronavirus. In der Gemeinde Gangelt hatten sich nach einer Karnevalssitzung Mitte Februar viele Bürger mit dem neuartigen Virus infiziert. Die Gemeinde gilt daher als Epizentrum. Zuletzt wurden in dem Kreis 1798 bestätigte Infektionen und 68 Todesfälle gezählt (Stand Freitag).

Die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner liegt dem Robert Koch-Institut zufolge bei 4,7 (Stand Samstag, 0.00 Uhr). Die von Bund und Ländern vereinbarte Grenze liegt bei 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen. dpa/Roberto Pfeil/dpabild Das Ortsschild der Stadt Gangelt im Kreis Heinsberg steht an der Ortseinfahrt.

TOP-NEWS: Mallorca gibt Druck deutscher Zweitwohnungsbesitzer nicht nach

11.51 Uhr: Der Zweitwohnsitz unter spanischer Sonne bleibt vorerst in weiter Ferne: Ausländer ohne ständigen Wohnsitz dürfen ab sofort nur noch in Ausnahmefällen ins Land und wenn, dann müssen sie für zwei Wochen in Corona-Quarantäne. Zahlreiche deutsche Eigentümer von Wohnungen und Häusern auf Mallorca hatten sich bereits in den vergangenen Wochen bei den Behörden der Baleareninsel beschwert. Doch die Regierung in Madrid hat dieser Tage ein klares Wort gesprochen: Zweitwohnungsbesitzer können erst nach dem Ende der Ausgangssperre auf die Insel zurückkehren.

Seit Ende April verfassten mehrere hundert Deutsche teils flammende Briefe, in denen sie trotz der Coronavirus-Pandemie eine Einreiseerlaubnis für die beliebte Urlaubsinsel forderten. Sie bezeichneten die spanischen Corona-Maßnahmen als "völlig überzogen" und verlangten angesichts des Rückgangs der Infektionsfälle ein Ende des Ausnahmezustands. Einige drohten sogar damit, ihre Investitionen auf der Insel zu stoppen.

"Es müssen Touristen nach Mallorca kommen, sonst verarmt die Insel", schrieb Ralf Becker, Verfasser eines Briefes, der die Protestwelle ins Rollen brachte. Praktisch alles auf der Insel sei abhängig vom Fremdenverkehr. Clara Margais/dpa Eine rote Flagge weht am Strand von Arenal, um das Schwimmen zu verbieten.

"Wann können wir wieder auf die Insel zurück?" Diese sehnsuchtsvolle Frage stellten in den vergangenen Wochen nicht nur deutsche Medien. 4,5 Millionen Deutsche verbrachten im vergangenen Jahr ihren Urlaub auf der Mittelmeerinsel, angelockt von den schönen Stränden, aber auch dem Partyleben.

Doch Spanien ist mit mehr als 27.000 Todesfällen eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder Europas, und die Regierung in Madrid will keine eingeschleppten Fälle riskieren. Zwar leitete sie in einigen Landesteilen und auf den Balearen in dieser Woche die schrittweise Lockerung der strikten Ausgangssperre ein. Gleichzeitig ist aber seit Freitag die Einreise aus dem Schengenraum beschränkt. Nur noch spanische Staatsangehörige, Pendler, Mitarbeiter im Gesundheitswesen und der Altenpflege dürfen ins Land. Ausnahmegenehmigungen soll es zudem in "Notsituationen" und für reine Geschäftsreisen geben.

Zudem werden alle Ankommenden aus dem Ausland bis auf wenige Ausnahmen in eine zweiwöchige Quarantäne geschickt. Die Regelung soll bis zum Ende des Ausnahmezustands gelten, den die Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez gerne bis Ende Juni verlängern würde.

Wer eine Zweitwohnung in Spanien hat, darf somit vorerst weiter nicht einreisen. Bis zur vollständigen Aufhebung der Ausgangssperre dürften nicht einmal Spanier ihre Provinz verlassen, um zu ihrem Zweitwohnsitz zu fahren. Da wäre es ungerecht, wenn Ausländer einreisen dürften, um von ihrem Zweitwohnsitz zu profitieren, argumentiert die Regierung

Saarland behandelt Patienten aus Frankreich – Bund übernimmt Kosten

11.19 Uhr: Sieben Covid-19-Patienten aus Frankreich werden derzeit in saarländischen Krankenhäusern behandelt. Insgesamt seien 28 französische Patienten im Saarland aufgenommen worden, teilte das saarländische Sozialministerium am Samstag mit. Die meisten seien mittlerweile gesund entlassen worden. Die Kosten für die Behandlung der französischen Notfall-Patienten würden vom Bund übernommen, hieß es weiter. "In dieser Ausnahmesituation zeigt sich, dass alle an einem Strang ziehen", sagte Bachmann.

Um keine Zeit zu verlieren, hätten die Krankenhäuser im Bundesland die Patienten auch teilweise abends oder nachts übernommen, teilte Gesundheitsministerin Monika Bachmann mit. Dies sei eine "beispiellose Aktion." 

TOP-NEWS: Italien will Einreise aus dem Ausland ab 3. Juni wieder erlauben

09.37 Uhr: Das von der Corona-Pandemie besonders betroffene Italien will die Einreise für Ausländer ab 3. Juni wieder erlauben. Zudem sollen dann Reisen zwischen den Regionen in Italien wieder erlaubt sein, beschloss die Regierung in Rom in der Nacht zu Samstag. Die Öffnung steht unter dem Vorbehalt, dass die Infektionsgeschehen in einzelnen Regionen oder Staaten es zulassen. In eine zwei Wochen lange Quarantäne müssen nach der Einreise nur diejenigen, die Kontakt mit Infizierten hatten oder selbst positiv getestet wurden.

Derzeit ist eine Einreise nur in Ausnahmefällen möglich, darunter zum Beispiel für Italiener, die sich im Ausland aufhalten und in ihre Heimat zurück wollen, oder Ausländer, die ihren Wohnsitz in Italien haben. dpa/Roberto Monaldo.Lapress/LaPresse via ZUMA Press/dpa Die für Mitte Juni anvisierten Grenzöffnungen in Europa lassen die Hoffnung wachsen, die Sommerferien im Ausland verbringen zu können.

Eine Grenzöffnung zur Sommersaison ist vor allem für die Tourismusbranche wichtig, die einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Italiens ist.

Schon ab diesem Montag sind weitere Lockerungen vorgesehen: So dürfen Friseure, Kosmetikstudios, Einzelhandel, Bars und Restaurants wieder öffnen. Allerdings nur mit strengen Abstandsregeln. Auch dürfen sich die Menschen dann ohne eine Selbstauskunft bewegen, aber nur innerhalb ihrer Region. Museen und Bibliotheken können öffnen. Man darf auch wieder an den Strand oder Freunde treffen. Bisher durfte man sich nur mit Verwandten treffen. Auch Gottesdienste sind wieder erlaubt.

Vier Landkreise überschreiten Obergrenze – drei davon in Bayern

09.30 Uhr: Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts überschreiten derzeit vier Landkreise die Obergrenze von 50 Infizierten je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage. Demnach liegen nun auch Straubing-Bogen und Straubing-Stadt in Bayern darüber. In Straubing-Bogen liegt der Wert bei 54,6 Neuinfektionen, in Straubing-Stadt bei 56,5. Auch die Kreise Coburg (Bayern) und Coesfeld in NRW sind mit einem Wert von 55,2 und 57,7 über dem Grenzwert. Knapp unter der Obergrenze sind Greiz und Sonneberg in Thüringen, die in den vergangen Tagen teilweise über dem Wert lagen.

TOP-NEWS: EU-Grenzen werden geöffnet: Maas reist schon wieder

09.23 Uhr: Nach zehn Wochen ohne Dienstreise wegen der Corona-Krise hat Bundesaußenminister Heiko Maas erstmals wieder ein Flugzeug bestiegen. Er brach am Samstagmorgen mit einer Regierungsmaschine zu einem Besuch an der Grenze zu Luxemburg auf, die um Mitternacht wieder komplett für den Reiseverkehr geöffnet wurde. Am Übergang vom saarländischen Perl zum luxemburgischen Schengen an der Mosel wollte er sich mit seinem Amtskollegen Jean Asselborn treffen.  

Im Grenzort Schengen in einem Dreiländereck zwischen Luxemburg, Deutschland und Frankreich wurde 1985 das Abkommen zur Aufhebung von Grenzkontrollen in Europa unterzeichnet. Heute gehören dem sogenannten Schengen-Raum die meisten Staaten der Europäischen Union aber auch einzelne Länder außerhalb der EU wie die Schweiz, Island und Norwegen an. Michael Fischer/dpa

Die Öffnung der Grenze zu Luxemburg markiert den Beginn der schrittweisen Aufhebung der Kontrollen, die im März zur Eindämmung der Corona-Pandemie an den Übergängen zu den Nachbarländern eingeführt wurden. Zwei Monate lang waren mehr als ein Dutzend Übergänge an der deutsch-luxemburgischen Grenze gesperrt gewesen – der Verkehr war über überwachte Übergänge gelenkt worden. Die Kontrollen und Sperrungen hatten in der Region heftige Kritik ausgelöst. Vor allem traf es Berufspendler, die Staus und Umwege in Kauf nehmen mussten.

Unbekannte sollen Technik-Lastwagen für Corona-Demo angezündet haben

09.15 Uhr: Unbekannte sollen in der Nacht auf Samstag drei Lastwagen einer Firma für Veranstaltungstechnik in Stuttgart in Brand gesetzt haben. In den Fahrzeugen hätte die Technik für die am Nachmittag stattfindende Demonstration gegen die Corona-Beschränkungen auf dem Cannstatter Wasen transportiert werden sollen, wie ein Polizeisprecher derm SWR am Morgen sagte. Die Lastwagen seien zum Zeitpunkt des Brandes jedoch noch nicht beladen gewesen. Der Schaden beträgt etwa 70.000 Euro. Die Firma müsse sich nun um Ersatzfahrzeuge kümmern, so der Sprecher. Nähere Informationen zu den Tätern hatte die Polizei zunächst nicht.

RKI: Temperaturmessungen an Flughäfen "ineffektiv"

08.32 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) hat sich gegen Temperaturkontrollen an Flughäfen in der Corona-Pandemie ausgesprochen. "Insgesamt werden Entry- und Exit-Screening-Maßnahmen an Flughäfen mit Temperaturmessungen bei der Covid-19-Bewältigung in Deutschland für ineffektiv und der mögliche Mehrwert für vernachlässigbar eingeschätzt", schreiben RKI-Experten in einem Bericht.

Die Fachleute führen als Argumente gegen Temperaturmessungen an, dass viele Corona-Infizierte nicht erkannt werden würden: So sei bei weniger als der Hälfte der Betroffenen, über die das RKI Daten hat, überhaupt Fieber aufgetreten. Reisende könnten ihre Temperatur zudem durch die Einnahme fiebersenkender Mittel verschleiern. Manche Infizierte hätten noch keine oder generell keine Symptome, könnten aber dennoch ansteckend sein. Auch bei früheren Ausbrüchen – etwa bei Sars 2002/2003 – habe sich der Einsatz von Screening-Verfahren in anderen Ländern "nicht als wirksam erwiesen, um Fälle zu erkennen". Then Chi Wey/XinHua/dpa

Als für Flughäfen angemessen und sinnvoll erachten die Experten Verhaltenshinweise für den Corona-Verdachtsfall in mehreren Sprachen sowie eine elektronische Erfassung der Kontaktdaten der Reisenden, damit diese im Fall des Falles schnell von Gesundheitsämtern kontaktiert werden können. Neben dem Einhalten von Abstand und Hygiene-Regeln spricht sich das RKI dafür aus, Laboruntersuchungen und medizinische Versorgung für alle Patienten zugänglich zu machen – unabhängig von Herkunft und Versicherungsstatus.

TOP-NEWS: Zwei Kinder gestorben: WHO untersucht mysteriöse Krankheit

07.39 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation untersucht einen möglichen Zusammenhang zwischen dem neuartigen Coronavirus und einer seltenen entzündlichen Erkrankung bei Kindern. Es gebe erste Berichte darüber, dass jüngste Fälle der Kinderkrankheit mit dem Coronavirus in Verbindung stünden, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag. Er forderte Mediziner in aller Welt dazu auf, mit der WHO und den nationalen Gesundheitsbehörden zusammenzuarbeiten um das Syndrom "besser zu verstehen". Salvatore Di Nolfi/KEYSTONE/dpa

Erstmals hatten Ärzte in Großbritannien im April auf das multi-entzündliche Syndrom bei Kindern (MIS-C) hingewiesen, das Ähnlichkeiten mit dem seltenen Kawasaki-Syndrom aufweist. Inzwischen wurde es auch bei mehr als hundert Kindern in New York nachgewiesen, drei von ihnen starben.

Am Freitag meldete ein Krankenhaus im französischen Marseille den ersten Todesfall durch das Syndrom in Frankreich. Ein Neunjähriger sei infolge "neurologischer Schäden im Zusammenhang mit einem Herzstillstand" gestorben, sagte der zuständige Arzt Fabrice Michel der Nachrichtenagentur AFP. Insgesamt wurden aus Frankreich seit Anfang März 135 Fälle des Syndroms gemeldet. Die Patienten waren zwischen einem und 14 Jahre alt.

WHO-Chef Ghebreyesus betonte, es sei von höchster Wichtigkeit, das Syndrom genau zu beschreiben, die Auslöser der Krankheit zu ergründen und Behandlungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

In Eruopa gibt es bisher 230 Kinder, die erkrankt sind, wie die EU-Behörde ECDC mitteilte. Insgesamt sind bisher zwei Kinder in Europa an der lebensbedrohlichen Krankheit gestorben, heißt es in dem Bericht der Behörde.

TOP-NEWS: Kanzleramtschef Braun: Es wird keine Impfpflicht gegen das Coronavirus geben

07.19 Uhr: Eine Impflicht im Kampf gegen das Corona-Virus soll es in Deutschland nach dem Willen des Kanzleramtes nicht geben. Vielmehr solle eine mögliche Impfung freiwillig sein, sagte Kanzleramtschef Helge Braun den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagsausgaben). Es wäre natürlich gut, "wenn sich viele impfen lassen – aber das entscheidet jeder selbst".

"Wenn es den Impfstoff hoffentlich schnell gibt, kann jeder sich impfen lassen, wenn er das möchte", sagte Braun. "Wer das nicht will, muss das Risiko einer Infektion selbst tragen." 

Der Kanzleramtschef äußerte die Hoffnung, dass es zwischen Anfang und Mitte nächsten Jahres einen Impfstoff für die breite Bevölkerung geben wird. Dann sei auch das Ende der Pandemie erreicht: "Wenn Impfstoff verfügbar ist, dann wird es keine Beschränkungen mehr geben, und wir kehren endlich zum normalen Leben zurück", sagte Braun.  dpa/Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild Eine Hand hält Proben für Corona-Tests.

Übersterblichkeit wegen Coronavirus auch Mitte April über Durchschnitt

20.41 Uhr: Wegen der Corona-Epidemie haben die Sterbefallzahlen in Deutschland auch in der dritten Aprilwoche deutlich höher als in den Vorjahren gelegen. In der 16. Kalenderwoche vom 13. bis zum 19. April starben mindestens 18.693 Menschen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Das waren etwa acht Prozent mehr als der Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019.

Im Vergleich zur Vorwoche sanken die Sterbefälle allerdings um mehr als 1300. In der 15. Kalenderwoche vom 6. bis zum 12. April starben nach vorläufigen Zahlen mindestens 20.036 Menschen. Das waren knapp 2150 beziehungsweise zwölf Prozent mehr als im Durchschnitt der vergangenen vier Jahre. Die Abweichung zu den Vorjahren war in der 15. Kalenderwoche bislang auch am größten.

Bereits seit Ende März starben den Statistikern zufolge wegen der Corona-Epidemie in Deutschland im Vergleich zu den Vorjahren deutlich mehr Menschen. Der Trend deutet demnach auf eine Übersterblichkeit im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie hin, weil die Sterbefallzahlen in dieser Jahreszeit aufgrund der ausklingenden Grippewelle normalerweise von Woche zu Woche abnehmen.

Spanien verschärft Einreise-Regeln, 14-tägige Quarantäne bleibt

19.35 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus hat Spanien am Freitag seine Einreisebeschränkungen für Ausländer ohne ständigen Wohnsitz im Land verschärft. Nur noch Pendler, Mitarbeiter im Gesundheitswesen und der Altenpflege sowie Diplomaten dürfen ins Land kommen. Ausnahmegenehmigungen gibt es in "Notsituationen" und für reine Geschäftsreisen. Bei allen Ankommenden wird noch am Flughafen Fieber gemessen. Bis auf wenige Ausnahmen müssen dann alle in eine zweiwöchige Quarantäne. Die Maßnahmen gelten zunächst bis 15. Juni, teilte das Innenministerium mit. imago images/ZUMA Wire Coronavirus in Spanien, Eindrücke aus Malaga.

Spanien ist mit fast 27.500 Toten eines der am schlimmsten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder weltweit.

Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen bleibt stabil unter 1000 – weniger als 100 neue Tote

19.19. Uhr: Die Zahl der neuen positiven Corona-Tests in Deutschland liegt am Freitag bei 755. Damit steigt die Gesamtanzahl der bestätigten Covid-19-Infektionen auf 173.694. In den vergangenen 24 Stunden starben insgesamt 85 Menschen. Somit sind nun 7873 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus in Deutschland aufgetreten. Das ergibt eine Auswertung der einzelnen Angaben der Gesundheitsministerien der Länder.

Wie das Robert-Koch-Institut am Freitag mitteilte, ist die Zahl der Genesenen in Deutschland mittlerweile auf rund 151.700 angestiegen – das sind 1.400 mehr als am Vortag. Die Zahl der aktiv Infizierten laut RKI liegt somit bei knapp mehr als 13.600. Die Reproduktionszahl liegt jetzt bei 0,80.

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 33.856 (1645 Todesfälle)
  • Bayern: 45.532 (2277 Todesfälle)
  • Berlin: 6424 (181 Todesfälle)
  • Brandenburg: 3191 (164 Todesfälle)
  • Bremen: 1153 (36 Todesfälle)
  • Hamburg: 5009 (206 Todesfälle)
  • Hessen: 9204 (429 Todesfälle)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 745 (20 Todesfälle)
  • Niedersachsen: 11.111 (542 Todesfälle)
  • Nordrhein-Westfalen: 35.949 (1492 Todesfälle)
  • Rheinland-Pfalz: 6439 (216 Todesfälle)
  • Saarland: 2659 (154 Todesfälle)
  • Sachsen: 5082 (196 Todesfälle)
  • Sachsen-Anhalt: 1668 (54 Todesfälle)
  • Schleswig-Holstein: 2988 (126 Todesfälle)
  • Thüringen: 2689 (135 Todesfälle)

Gesamt: Stand 15.05., 19.12 Uhr, 173.699 (7873 Todesfälle)

Vortag: Stand 14.05., 19.10 Uhr, 172.944 (7788 Todesfälle)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

Die Zahl der Geheilten liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei rund 151.700

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl: 0,80 (Stand 15.05.)

Verklagt Deutschland China? Bundestag-Gutachten prüft Schadenersatzanspruch wegen Covid-19

18.05 Uhr: Ein Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages zeigt, dass auch in Deutschland die Option von juristischen Schritten gegen die Volksrepublik China in der Corona-Krise geprüft wird. Das berichtet das digitale Wirtschaftsmagazin "Business Insider".

In dem 20-seitigen Schreiben mit dem Titel „Die Corona-Pandemie im Lichte des Völkerrechts“ werden zwei mögliche Rechtswege begutachtet: Zum einen mögliche Schadensersatzklagen gegen China, zum anderen mögliche Verletzungen des Völkerrechts durch China während der Pandemie. imago images/Xinhua Fiebercheck in der Jilin-Provinz.

Die Erfolgsaussichten einer Schadensersatzklage gegen China beurteilen die Autoren dabei äußerst zurückhaltend: „Offen wären nicht nur die prozessualen Modalitäten einer möglichen Klage; ungeklärt wäre in Teilen auch der Sachverhalt selbst. Überdies stellen sich Beweis- und Kausalitätsfragen sowie das Problem der Schadensbezifferung.“ Zu all diesen Fragen könne der Wissenschaftliche Dienst „seriöser Weise kaum einen sinnvollen Beitrag leisten“.

So müsste ein eventuelles Verfahren laut Einschätzung des Wissenschaftlichen Dienstes vor einer internationalen Instanz stattfinden. Wie auch die USA erkennt China jedoch die Rechtssprechung des Internationalen Gerichtshof (IGH) nicht an. „Eine ad hoc-Unterwerfung Pekings für ein IGH-Verfahren zwecks Klärung von Verantwortlichkeiten in der COVID-19-Pandemie ist nur schwer vorstellbar“, heißt es im Gutachten. „Die Vergangenheit hat vielmehr gezeigt, dass China nicht einmal bereit ist, Entscheidungen internationaler Streitschlichtungsorgane zu akzeptieren.“

„Rechtlich vielversprechend“ erscheint den Autoren des Berichts dagegen die Befassung mit den völkerrechtlichen Pflichten von Staaten während Pandemien: „Schon ‚virologische Desinformation‘ durch einen Staat kann unter Umständen eine Menschenrechtsverletzung begründen." 

Weiterhin bestünde jedoch auch im Völkerrecht das Problem der kaum feststellbaren Beweislast gegen China. „In der Pandemie besteht das Problem nun darin, dass sich eindimensionale (quasi ‚ungestörte‘) Kausalketten zwischen einer Pflichtverletzung und dem eingetretenen Schadensereignis praktisch kaum identifizieren und beweisen lassen“, heißt es im Gutachten abschließend.

TOP-NEWS: Bonner Forscher planen weitere Heinsberg-Studie

16.50 Uhr: Forscher der Uniklinik Bonn planen nach den Worten von Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) eine weitere Studie im besonders vom Coronavirus betroffenen Kreis Heinsberg. Sie solle klären, wie lange eine Immunität bei Corona-Patienten anhält. Die Landesregierung prüfe gerade, ob sie die Studie finanziell unterstützt. Vieles spreche dafür, sagte Laumann. Eine erste Studie von Forschern der Uniklinik unter Leitung des Virologen Hendrik Streeck hatte für Aufsehen aber auch Kritik an der Methodik und der Begleitung durch eine PR-Agentur gesorgt.

Lockerungen ab Montag auch im Krisen-Kreis Coesfeld

16.22 Uhr: Mit einer Woche Verspätung werden die Schutzmaßnahmen wie Kontaktbeschränkungen in der Corona-Krise ab Montag auch im Kreis Coesfeld gelockert. Das teilte Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Freitag in Düsseldorf mit. Nachdem von 1.033 Westfleisch-Mitarbeitern zuletzt 268 positiv auf das Corona-Virus getestet wurden, habe der Kreis Coesfeld nur 16 Neuinfizierte ohne Kontakt zur Fleischindustrie registriert. imago images/Noah Wedel In Coesfeld gab es beim Betrieb Westfleisch Coronafälle.

Laumann sprach deshalb von einem begrenzt lokalen Ausbruchsgeschehen bei Westfleisch in Coesfeld. Die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner liege mit den Westfleisch-Fällen bei 67,3. Ohne sie liegt der Wert Laumann zufolge bei nur 7,3. Die von Bund und Ländern vereinbarte Grenze liegt bei 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen.

Viertklässler müssen ab Montag zur Schule – Eilantrag zurückgezogen

15.05 Uhr: Für die Schüler der vierten Klassen in Hessen gilt ab Montag die Schulpflicht. Eine Schülerin hat nach Angaben des Verwaltungsgerichtshofes vom Freitag ihren Eilantrag gegen die Schulpflicht wegen der Corona-Pandemie zurückgezogen.

TOP-NEWS: Corona-Infektionsrate in Greiz und Sonneberg unter kritischer Marke

14.06 Uhr: In den Landkreisen Greiz und Sonneberg ist die Infektionsrate nach neuen Zahlen der Landesregierung unter die kritische Marke von 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gerutscht. Sie lag am Freitag, Stand 10.00 Uhr, bei 48,9 in Greiz und bei 46,3 in Sonneberg, wie die Staatskanzlei mitteilte. Beide Landkreise sind Corona-Brennpunkte in Thüringen, aber auch bundesweit. Bund und Länder haben die Zahl 50 als Obergrenze bei der Infektionsrate festgelegt. Wird diese überschritten, müssen Beschränkungskonzepte erlassen werden. In ganz Thüringen lag die Rate am Freitag bei 7,4. dpa/Bodo Schackow/dpa-Zentralbild/dpabild Die Altstadt mit dem Oberen Schloss.

Katar führt Maskenpflicht ein: Drakonische Strafen drohen

13.44 Uhr: Das reiche Emirat Katar führt im Kampf gegen die Corona-Pandemie eine Maskenpflicht ein und droht mit drakonischen Strafen. Nach Angaben des Innenministeriums drohen Geldstrafen bis zu einer Höhe von umgerechnet knapp 51.000 Euro oder maximal drei Jahre Gefängnis. Die Maskenpflicht gelte für alle Menschen, die das Haus verlassen, teilte das Innenministerium am späten Donnerstagabend auf Twitter mit. Ausgenommen seien Personen, die allein in einem Fahrzeug unterwegs seien.

Nach offiziellen Angaben sind mehr als 28.000 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Neben Saudi-Arabien zählt Katar damit zu den am stärksten betroffenen Ländern in der arabischen Welt. 14 Menschen seien an den Folgen der Krankheit bislang verstorben, teilte das Gesundheitsministerium mit.

Weitere Meldungen zum Coronavirus aus diesem News-Ticker finden Sie  auf der nächsten Seite

Edeka und Netto verkaufen jetzt Masken von Van Laack

chip.de Edeka und Netto verkaufen jetzt Masken von Van Laack

 

FOCUS Online versorgt Sie täglich mit den wichtigsten Nachrichten direkt aus der Redaktion. Hier können Sie den Newsletter ganz einfach und kostenlos abonnieren.

 
 

Mehr News zu Coronavirus

  • Die Länder-Übersicht in der Live-Karte zum Virus-Ausbruch
  • Das Coronavirus-Radar mit Zahlen und Fakten
  • Hier erfahren Sie, welche Regeln in Ihrem Bundesland gelten
  • Wichtiger Fortschritt für Wirkstoffsuche: Forscher entdecken Schwachstelle von Sars-CoV-2
  • In Metropolen und Kleinstädten: Wo Corona-Demos stattfinden und wie Polizei reagiert

    Spargel-Kartoffel-Gratin: Der Klassiker mit Käse überbacken geht blitzschnell

    Esslust Spargel-Kartoffel-Gratin: Der Klassiker mit Käse überbacken geht blitzschnell

 

Quelle: Den ganzen Artikel lesen