Gesundheit

TGL-Chefin Hoch kritisiert ABDA wegen mangelnder Kampfbereitschaft

Bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung der Tarifgemeinschaft der Apothekenleiter (TGL) Nordrhein am Mittwoch in Düsseldorf bekam die Standesführung wieder mal einiges an Kritik ab. Die TGL-Vorsitzende Heidrun Hoch bezeichnete deren aktuelle Politik als „beschämend“. Und: Der Apotheken-und Europarechts-Experte Hilko Meyer räumt einem neuerlichen Verfahren vor dem EuGH wegen der Rx-Preisbindung durchaus Erfolgschancen ein.

In ihrem Bericht kommentierte die TGL-Vorsitzende Heidrun Hoch eingangs den neuen Tarifabschluss. Mit den 3 Prozent Erhöhung für alle Berufsgruppen steht die TGL im Vergleich zum Bundesverband aus ihrer Sicht gut da. Sie sprach von dem „Mut, einen Schritt in die richtige Richtung zu gehen“, und meinte damit im Wesentlichen die neue Vergütungsstruktur für Filialleiter. Die TGL verbinde mit der Zulage die Hoffnung, dass die Position der Filialleitung in Zukunft attraktiver wird, meinte Hoch.

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„Beschämende“ Standespolitik

Die aktuelle Standespolitik bezeichnete die TGL-Vorsitzende als „beschämend“. „In der Hoffnung, Herrn Spahn nicht zu verärgern, verlieren einige offensichtlich völlig das Maß“, konstatierte Hoch mit Blick auf die Weigerung der ABDA, dem Pharmaziestudenten Benedikt Bühler die benötigten Gutachten zum Rx-Versandverbot zur Verfügung zu stellen. Kritik übte sie darüber hinaus an dem Verhalten der Standesführung im Hinblick auf das vom Bundesgesundheitsministerium in Auftrag gegebene Gutachten zu den Auswirkungen einer partiellen oder vollständigen Freigabe der Preise von Rx-Arzneimitteln. Dieses schrecke bei der ABDA niemanden auf, meinte Hoch, und sicherheitshalber ein eigenes Gutachten in Auftrag zu geben, sei offensichtlich kein Thema. Außerdem habe die bei der ABDA angesiedelte „AG Honorar“ nach mehr als acht Jahren noch immer noch keine konkreten Ergebnisse vorzuweisen.

Spahns Apothekenpaket und seine Bausteine

Frank Diener, Generalbevollmächtigter der Treuhand Hannover, gab einen Einblick in das Apothekenpaket von Gesundheitsminister Jens Spahn. Bei der Realisierung der systemstabilisierenden Bausteine, hänge noch vieles vom Fortgang des Gesetzgebungsverfahrens zum Vor-Ort-Apotheken-Stärkungsgesetz (VOASG) ab, sagte Diener. Dazu zählten das Verbot der Rezeptsteuerung für Krankenkassen und Ärzte, die Gleichpreisigkeit bei GKV-Arzneimitteln und die Honorierung pharmazeutischer Dienstleistungen. Bei den systemverändernden Bausteinen, wie dem e-Rezept, Botendienst als Regelleistung, telepharmazeutische Beratung und automatisierte Arzneimittelabgabe müssten sich die Apotheken dagegen schon bald auf neue Verhältnisse einstellen.

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