Gesundheit

Trump rudert zurück und stellt dreistufigen Corona-Plan vor – Wuhan korrigiert Zahl der Toten um 50 Prozent nach oben

Die Coronavirus-Pandemie beschäftigt die Welt: Mehr als 2 Millionen Menschen sind weltweit erkrankt. Deutschland hat zur Eindämmung neue Regeln aufgestellt. Die stark getroffene USA arbeitet ebenfalls daran. Wie Deutschland und die Welt mit der Coronavirus-Pandemie umgehen und die neuesten News finden Sie im Ticker von FOCUS Online.

  • Die Länder-Übersicht in der Live-Karte zum Virus-Ausbruch und das Covid-19-Radar mit Zahlen und Fakten
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43 illegale Erntehelfer gestoppt: Streit um offene Grenze zu Niederlanden

Topmeldung (08.33 Uhr): Die CSU verlangt zur Bekämpfung der Corona-Pandemie den Einsatz der Bundespolizei an allen deutschen Landesgrenzen. Gegenüber FOCUS sagte die Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Andrea Lindholz: „Ein Übertragungsrisiko besteht weltweit in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen. Deshalb sollten an jeder deutschen Grenze Kontrollen stattfinden." Lindholz kritisierte, dass an der Grenze zu den Niederlanden keine Personen bei der Einreise in die Bundesrepublik kontrolliert werden.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat die Niederlande jüngst zum Risikogebiet erklärt. Auch Bundesinnenminister Horst Seehofer ist weiterhin für Grenzkontrollen an der deutsch-niederländischen Grenze. Grund ist, dass sich die Grenze zum Schlupfloch für illegal Einreisende entwickelt. In einem internen Vermerk des Bundesinnenministers heißt, dass Erntehelfer sowie Menschenhändler und Asylbewerber illegal die Grenze nach Deutschland passierten. Demnach griff die Bundespolizei beispielsweise am Karsamstag 43 bulgarische Erntehelfer in Münster auf. Sie waren von Sofia nach Eindhoven geflogen und hatten dort den Zug in die westfälische Metropole genommen. Das für Erntehelfer verpflichtende ärztliche Attest konnten sie nicht vorweisen. Die Männer wollten auf Spargelfeldern im Kreis Warendorf arbeiten. Friso Gentsch/dpa

Armin Laschet, Ministerpräsident von NRW, hatte sich zuletzt dagegen immer wieder für offene Grenzen in die Niederlande und nach Belgien ausgesprochen. "Gesundheitsschutz gelingt nur grenzüberschreitend“, erklärte er etwa Anfang April in einer Videobotschaft auf Twitter, die in Vaals an der deutsch-niederländischen Grenze aufgenommen wurde.

In der "Euregio" würden die Menschen über Grenzen hinweg leben. In einem nahen Krankenhaus würden Patienten aus Deutschland und den Niederlanden außerdem gemeinsam behandelt werden. Den Entschluss des sogenannten "Corona-Kabinetts" in Berlin, der diese Entscheidung stütze, begrüßte er ausdrücklich. "Der Kampf hat sich gelohnt".

RKI: Corona-Ansteckungsrate sinkt – Wichtiger Wert unterschritten

Topmeldung (07.12 Uhr): Die Ansteckungsrate mit dem neuartigen Coronavirus ist in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts gesunken. Laut der am Donnerstagabend veröffentlichten RKI-Statistik steckt jeder Infizierte nunmehr weniger als einen weiteren Menschen an, die sogenannte Reproduktionsrate liegt bei 0,7. Das bedeutet, dass die Zahl der Neuerkrankungen leicht zurückgeht, wie das RKI berichtete. Anfang März lag die wichtige Kennziffer noch bei drei, am 8. April bei 1,3 – jeweils mit einer gewissen Schwankungsbreite. Die Kennzahl gibt an, wie viele Menschen eine erkrankte Person im Durchschnitt infiziert.

RKI-Präsident Lothar Wieler hatte am Dienstag gesagt, um die Epidemie abflauen zu lassen, müsste diese Reproduktionszahl unter 1 liegen, derzeit betrage sie 1,2. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte im Zuge der Ankündigung erster Lockerungen bei Corona-Maßnahmen am Mittwoch deutlich gemacht, dass schon vermeintlich kleine Änderungen der Reproduktionszahl erhebliche Folgen haben können. dpa/Michael Sohn/POOL AP/dpa RKI-Präsident Lothar Wieler.

"Die R-Schätzung ergibt für Anfang März Werte im Bereich von R gleich 3, die danach absinken, und sich etwa seit dem 22. März um R gleich 1 stabilisieren", hieß es vom RKI. Zum Hintergrund: Steckt ein Mensch mehr als einen weiteren an, liegt der Wert also über 1, nimmt die Zahl der Infektionen zu. Bei einem Wert unter 1 flaut eine Epidemie nach und nach ab.

  • Lesen Sie dazu auch: 1,0 oder 1,2 ist ein großer Unterschied – Reproduktionzahl statt Verdopplung: Das steckt hinter Merkels Corona-Rechnung 

Zahlen in Wuhan korrigiert: 1290 Corona-Tote mehr als bisher berichtet

Topmeldung (06.42 Uhr): Die chinesische Stadt Wuhan hat die Zahl der Corona-Toten überraschend um rund 50 Prozent nach oben korrigiert. Wie die Behörden am Freitag berichteten, sind in der zentralchinesischen Metropole, in der die Pandemie ihren Ausgang genommen hatte, doch noch weitere 1290 Menschen in Folge der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Toten in Wuhan auf 3896 Tote. Bislang waren nur 2579 Tote berichtet worden.

Die landesweite Gesamtzahl von bisher 3342 Toten in China wurde am Freitag zunächst noch nicht offiziell korrigiert, dürfte sich damit aber auf mehr als 4600 erhöhen. Die neuen Angaben bestätigen schon länger bestehende Vermutungen, dass in den offiziellen chinesischen Statistiken viele Fälle nicht mitgerechnet worden waren.

Es wurden mehrere Gründe für die erhebliche Korrektur genannt. So seien Patienten anfangs zuhause gestorben. Auch seien Krankenhäuser überfordert und Ärzte und medizinisches Personal mit dem Ansturm der Infizierten zu beschäftigt gewesen, "was zu verspäteten, fehlenden und falschen Berichten führte", wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Einige medizinische Einrichtungen seien nicht an das Informationsnetzwerk angeschlossen gewesen oder hätten nicht zeitnah berichtet. Berichte über einige Verstorbene seien auch nicht vollständig gewesen, berichtete Xinhua weiter. So hätten die Behörden die vorliegenden Daten überarbeitet, um ein vollständiges Bild zu bekommen. Es gehe bei den Daten auch um die "Glaubwürdigkeit der Regierung", zitierte die Agentur einen nicht genannten Offiziellen. Ng Han Guan/AP/dpa

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 26.630 (874 Todesfälle)
  • Bayern: 35.523 (1070 Todesfälle)
  • Berlin: 4971 (84 Todesfälle)
  • Brandenburg: 2249 (76 Todesfälle)
  • Bremen: 553 (22 Todesfälle)
  • Hamburg: 4064 (65 Todesfälle)
  • Hessen: 6590 (192 Todesfälle)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 642 (13 Todesfälle)
  • Niedersachsen: 8462 (272 Todesfälle)
  • Nordrhein-Westfalen: 28.000 (760 Todesfälle)
  • Rheinland-Pfalz: 5156 (90 Todesfälle)
  • Saarland: 2275 (83 Todesfälle)
  • Sachsen: 4110 (94 Todesfälle)
  • Sachsen-Anhalt: 1281 (28 Todesfälle)
  • Schleswig-Holstein: 2294 (55 Todesfälle)
  • Thüringen: 1604 (45 Todesfälle)

Gesamt: Stand 16.04., 20.06 Uhr: 134.404 (3823 Todesfälle)

Stand vom Vortag: 15.04., 20.07 Uhr: 131.410 (3552 Todesfälle)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

Die Zahl der Geheilten liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei 77.000.

 

Gemeldete Coronavirusfälle in Deutschland (klicken Sie auf Ihr Bundesland)

 
 

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Spahn: Corona-App erst in einigen Wochen einsetzbar – RKI testet gerade

9.19 Uhr: Bis die geplante Handy-App zur Eindämmung des Coronavirus in Deutschland eingesetzt werden kann, dürfte es nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn noch mehrere Wochen dauern. "Das wird entwickelt, mit Hochdruck", sagte der CDU-Politiker am Freitag im "ARD-Morgenmagazin". "Aber die Wahrheit ist auch: Damit's wirklich gut ist, braucht es halt eher noch drei bis vier Wochen als noch zwei Wochen."

Spahn betonte: "Es geht ja darum, dass wir bei der Datensicherheit, beim Datenschutz und auch bei dem dahinterliegenden Konzept natürlich so perfekt wie möglich sein müssen. Das muss den Anforderungen genügen, die wir auch ansonsten an eine solche Technologie stellen."

Eine solche App ist seit Wochen im Gespräch. Es geht darum, Menschen schnell zu informieren, wenn sie Kontakt zu Infizierten hatten. Die Nutzung soll freiwillig sein. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums hatte am Mittwoch gesagt, die App werde derzeit vom Robert Koch-Institut getestet.

"Es ist ganz ganz wichtig, dass wir wenn jemand positiv getestet ist auf Corona, ganz schnell Kontakte nachverfolgen können der letzten Tage, informieren können und auch bitten können, auffordern können, zu Hause zu bleiben", sagte Spahn. "Das muss im Moment händisch gemacht werden, per Telefon, durch Aufsuchen durch die Gesundheitsämter. Und eine solche App könnte das natürlich deutlich erleichtern."

Trump rudert zurück und stellt dreistufigen Corona-Plan vor

07.01 Uhr: US-Präsident Donald Trump will die USA mit neuen Richtlinien in der Corona-Krise in drei Phasen auf den Weg zur Normalität zurückführen und die Wirtschaft graduell wieder öffnen. Eine landesweite Schließung könne keine langfristige Lösung sein, sagte Trump am Donnerstagabend im Weißen Haus mit Blick auf die Wirtschaft. Nach Daten des US-Arbeitsministeriums vom Donnerstag haben innerhalb eines Monats rund 22 Millionen Menschen ihren Job verloren. Trump sagte: "Wir müssen eine funktionierende Wirtschaft haben. Und wir wollen sie sehr, sehr schnell zurückhaben."

Trumps Plan sieht eine weitgehende Rückkehr zur Normalität in drei Schritten vor, wenn in Bundesstaaten oder Regionen in den USA bestimmte Kriterien erfüllt sind. Einen genauen Zeitplan beinhalten die Richtlinien nicht. Stattdessen sollen Bundesstaaten oder Regionen vor dem Eintritt in jede der drei Phasen eine Reihe von Voraussetzungen erfüllen. So soll dort beispielsweise vor jeder neuen Phase die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen jeweils über einen 14-tägigen Zeitraum abgenommen haben.

  • In der ersten Phase werden die bisherigen Richtlinien, die zum Monatsende auslaufen, nur leicht gelockert. Ansammlungen von mehr als zehn Menschen sollen weiterhin vermieden werden. Wer von zu Hause arbeiten kann, soll das weiter tun. Wo das möglich ist, sollen Arbeitnehmer stufenweise an ihre Arbeitsstellen zurückkehren. Schulen, die derzeit geschlossen sind, sollen geschlossen bleiben. Restaurants, Kinos und Gotteshäuser sollen nur öffnen, wenn ein Sicherheitsabstand zwischen Besuchern gewährleistet werden kann.
  • In der zweiten Phase sollen Arbeitnehmer weiterhin zur Arbeit von zu Hause aus ermutigt werden. In Unternehmen sollen Gemeinschaftsbereiche, wo Menschen zusammenkommen, geschlossen bleiben. Besuche in Altersheimen und Krankenhäusern sollen weiter untersagt bleiben. Reisen, die nicht essenziell sind, sollen aber wieder möglich sein. Schulen sollen wieder öffnen.
  • In der dritten Phase sollen Arbeitnehmer wieder ohne Einschränkungen an ihre Arbeitsstellen zurückkehren, dann sollen auch wieder Besuche in Altersheimen und Krankenhäusern erlaubt werden. Gefährdete Bevölkerungsgruppen sollen aber weiterhin Abstand zu anderen Menschen einhalten. Personen, die nicht zu diesen Gruppen gehören, sollen erwägen, so wenig Zeit wie möglich in Menschenmengen zu verbringen. Alex Brandon/AP/dpa

Auszahlung von Soforthilfe-Zuschüssen des Bundes in Sachsen gestoppt

23.04 Uhr: Auch in Sachsen sind betrügerische Webseiten zur Beantragung von Corona-Soforthilfen für Unternehmen aufgetaucht. "Die Auszahlung der Soforthilfe-Zuschüsse des Bundes wird bis zur Klärung des Sachverhaltes gestoppt", teilte die Sächsische Aufbaubank (SAB) am Donnerstagabend mit. "Die Darlehen des Freistaates Sachsen sind davon nicht betroffen." Die Bank habe "alle erforderlichen Maßnahmen ergriffen, um Fehlleitungen öffentlicher Mittel zu vermeiden". dpa Polizisten patrouillieren im U-Bahnhof am Berliner Alexanderplatz.

Anträge für beide Programme könnten weiterhin gestellt werden, erklärte die Bank. Um Schäden zu vermeiden, sollten Antragsteller beim Aufrufen der Webseite zur Antragstellung auf die korrekte Schreibweise der Internetadresse der SAB achten: https://www.sab.sachsen.de/.

Zuvor war in Nordrhein-Westfalen nach Betrügereien das Soforthilfe-Programm für kleine Betriebe in der Corona-Krise zeitweise gestoppt worden. An diesem Freitag soll es wieder anlaufen und dann auch besser vor Betrug geschützt sein.

Knapp 3000 neue Coronavirus-Fälle in Deutschland

23.21 Uhr: Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle in Deutschland ist in den vergangenen 24 Stunden auf 134.404 angestiegen. Damit zählten die Behörden der Bundesländer knapp 3000 Neuinfektionen. Zudem sind 271 Menschen gestorben, insgesamt gibt es damit nun 3823 Todesfälle in Deutschland.

Mitten in Corona-Krise: Brasiliens Präsident entlässt Gesundheitsminister

22.49 Uhr: Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat mitten in der Corona-Krise den populären Gesundheitsminister Luiz Henrique Mandetta entlassen. Dies teilte Mandetta am Donnerstag nach einem Treffen mit Bolsonaro im Präsidentenpalast im Internet-Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Der rechtspopulistische Staatschef war in der Krise im eigenen Land zunehmend in die Kritik geraten. „Ich habe von Präsident Jair Bolsonaro gerade die Mitteilung über meine Entlassung gehört“, schrieb er nach einem Treffen mit Bolsonaro am Regierungssitz in Brasília. „Ich möchte mich für die Gelegenheit bedanken, den Umgang mit der Pandemie zu planen, die große Herausforderung, die vor unserem Gesundheitssystem steht.“

dpa/Ricardo Moraes/Pool Reuters/AP Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro.  

Auf die Bekanntgabe hin demonstrierten Brasilianer in verschiedenen Städten des Landes. Bei sogenannten panelaços etwa in Rio de Janeiro und São Paulo schlugen die Menschen aus Protest auf Töpfe und Pfannen, auch „Bolsonaro raus“ -Rufe wurden aus offenen Fenstern laut.

Während Bolsonaro die Coronavirus-Pandemie verharmloste, hielt sich Mandetta an die internationalen Empfehlungen eines aggressiven Vorgehens im Kampf gegen die Pandemie. Bolsonaro hatte wiederholt eine „Hysterie“ im Kampf gegen das Virus angeprangert. Auch bezeichnete er die von dem Erreger ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 als „kleine Grippe“.

 

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