Gesundheit

US-Behörde untersucht Fälle von Herzmuskelentzündungen nach Corona-Impfung

Die Stiko tendiert dazu, vorerst keine allgemeine Impfempfehlung für 12-bis 15-Jährige auszusprechen. Unterdessen warnen Kinderärzte vor einer „Impfpflicht durch die Hintertür“. Alle Meldungen rund ums Impfen in Deutschland lesen Sie im Ticker von FOCUS Online.

Informationen zur Coronavirus-Impfung vom 26. Mai 2021

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Spahn befürwortet Kinder-Impfungen – trotz Stiko-Zögern

09.46 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn setzt weiterhin auf Corona-Schutzimpfungen für ältere Kinder und Jugendliche, auch wenn die Ständige Impfkommission (Stiko) dafür keine allgemeine Empfehlung aussprechen sollte. Die Stiko gebe eine Empfehlung, sagte der CDU-Politiker in der Sendung "Frühstart" bei RTL/ntv. "Im Lichte dieser Empfehlung können dann die Eltern mit ihren Kindern, den Ärztinnen und Ärzten die konkreten Entscheidungen treffen, ob jemand geimpft wird oder nicht." Dies sei eine individuelle Entscheidung. Kay Nietfeld/dpa Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei der Bundespressekonferenz

Der Hersteller Biontech/Pfizer hat eine Zulassung seines Präparats ab zwölf Jahren bei der europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) beantragt. Mit einer Entscheidung wird noch bis Ende Mai gerechnet. Die Stiko behält sich aber eigene Klärungen für eine mögliche Impfempfehlung vor. Ihr Mitglied Rüdiger von Kries erwartet derzeit nicht, dass es eine allgemeine Impf-Empfehlung für alle Kinder geben wird.

Spahn sagte: "Der Impfstoff wäre dann, wenn die Europäische Arzneimittelagentur das macht, ein zugelassener Impfstoff auch für diese Altersgruppe." Schon vor Beginn der Sommerferien solle den ersten Kinder und Jugendlichen dann ein Impfangebot gemacht werden, erklärte er. "Wenn die Zulassung da ist, werden wir dann nach und nach – nicht allen auf einmal – Kindern und Jugendlichen über zwölf Jahren ein Angebot machen, sich impfen zu lassen."

Eine Impfung als Voraussetzung zur Teilnahme am Präsenzunterricht lehnte der Gesundheitsminister jedoch ab: "Ich sehe nicht, dass wir eine verpflichtende Impfung haben werden für den Schulbesuch."

Erste weiterentwickelte Corona-Impfstoffe möglicherweise noch in diesem Jahr

08.47 Uhr: Erste weiterentwickelte Corona-Impfstoffe könnten nach Einschätzung des Verbands forschender Arzneimittelhersteller (vfa) im Erfolgsfall noch in diesem Jahr zugelassen werden. "Eine Reihe von Herstellern und Instituten arbeiten an Impfstoffen und Impfschemata, die auch gegen solche neue Varianten von Sars-CoV-2 wirksam sein sollen, bei denen die Impfstoffe der ersten Generation bisher nur einen schwächeren Schutz bieten", teilte ein vfa-Sprecher mit. Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Illustration Eine Flüssigkeit tropft aus der Kanüle einer Spritze.

Dabei würden vor allem drei Strategien verfolgt: Erstens geht es um eine stärkere Immunisierung, indem die Immunabwehr etwa durch Antikörper noch mehr aktiviert wird. Im zweiten Fall wird an der Immunisierung gegen das sogenannte Spikeprotein, das an der Außenhülle des Coronavirus sitzt, oder gegen mehrere solche Spikeproteine gearbeitet. Und schließlich wird an der Immunisierung auch gegen andere Bestandteile von Sars-CoV-2 geforscht – etwa gegen das sogenannte Nukleokapsid. Dieser zentrale Teil des Virus besteht aus der Proteinhülle (Kapsid) und der viralen Nukleinsäure.

Der vfa hat mehrere Projekte aufgelistet, die derzeit an Impfstoffen der zweiten Generation arbeiten. Darunter ist etwa ein Projekt mit Beteiligung der Uni Würzburg für eine Schluckimpfung mit gentechnisch veränderten, lebenden Typhus-Impfbakterien, die zwei verschiedene Proteine von Sars-CoV-2 tragen.

Stiko gegen Regierungs-Vorstoß: Wohl keine Impf-Empfehlung für Kinder

06.23 Uhr: Die von der Bundesregierung angestrebte Impfung gegen Corona von Schülerinnen und Schülern vor Beginn des neuen Schuljahres trifft auf den Widerstand der Ständigen Impfkommission (Stiko). Nach Informationen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND/Mittwoch) tendiert die Stiko gegenwärtig dazu, nach der noch für Mai erwarteten EU-Zulassung des Vakzins von Biontech/Pfizer keine allgemeine Impfempfehlung für 12-bis 15-Jährige auszusprechen.

Vielmehr werde es wahrscheinlich nur eine Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche dieser Altersgruppe mit bestimmten chronischen Erkrankungen geben, heißt es in informierten Kreisen. Grund sei unter anderem eine unbefriedigende Datenlage, um die Folgen einer Corona-Erkrankung für diese Altersgruppe und mögliche Risiken durch eine Impfung miteinander abwägen zu können.

Auch die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Bärbel Bas, rechnet mit einem derartigen Vorgehen. "Ich gehe davon aus, dass die Stiko eine Liste von Krankheiten erstellen wird, bei denen sie die Impfung für Kinder empfiehlt", sagte sie dem RND.  Kinder mit diesen Krankheiten müssten dann zuerst geimpft werden, forderte Bas.  "Dies muss nun trotz der Aufhebung der Priorisierung sichergestellt sein", mahnte sie. Bas stellte aber klar, dass auch ohne eine generelle Empfehlung der Stiko eine Impfung von Kindern und Jugendliche im Rahmen der Zulassung möglich sein wird. "Nach Aufhebung der Priorisierung und nach der Zulassung eines Impfstoffes können Eltern ihre Kinder unabhängig von diesen Risikofaktoren impfen lassen", betonte sie.

Bas wandte sich dagegen, die Öffnung von Schulen von den Impfungen abhängig zu machen. "Schulöffnungen sollten aber nicht davon abhängig gemacht werden, ob die Kinder geimpft werden. Es ging ja immer auch darum, die Übertragung auf Eltern und insbesondere Großeltern zu verhindern. Wenn nach den Sommerferien alle ein Impfangebot bekommen haben, dann fällt diese Begründung weg“, argumentierte die Gesundheitspolitikerin.

Immunisierung an Schulen: Kinderärzte warnen vor "Impfpflicht durch die Hintertür"

Mittwoch, 26. Mai, 06.13 Uhr: Der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) warnt vor Impfungen in den Schulen, wie Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sie fordert. "Von Impfungen in der Schule halte ich nichts", sagte der Kinderarzt und BVKJ-Sprecher Axel Gerschlauer der "Rheinischen Post" (Mittwochsausgabe). "Meine größte Sorge ist, dass Frau Karliczek damit auch eine Impfpflicht durch die Hintertür einführt." Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa Impfstoff-Hersteller testen fortlaufend die Wirksamkeit ihrer Präparate bei Mutanten.

Der Schulbesuch dürfe nicht an eine Corona-Impfung geknüpft werden, sagte der Arzt der Zeitung. "Hier muss die Politik Wort halten." Im Übrigen sei eine Impfpflicht für Kinder auch nicht nötig. "Kinder sind keine Corona-Infektionstreiber, und das Risiko, schwer zu erkranken, ist für sie – anders als bei Masern – gering", sagte Gerschlauer.

Stattdessen seien die Kinderarzt-Praxen gefragt. "Der erste Ansprechpartner sind niedergelassene Kinder- und Jugendärzte. Wir sind die Impfprofis, keiner impft so viel wie wir", sagte der BVKJ-Sprecher. An zweiter Stelle sehe er die Impfzentren, besonders auf dem Land, wo die Arztdichte nicht so hoch sei wie in den Städten. 

Hälfte der Erwachsenen in USA voll gegen Coronavirus geimpft

21.13 Uhr: In den USA ist inzwischen die Hälfte der Erwachsenen vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Die 50-Prozent-Marke wurde am Dienstag (Ortszeit) erreicht, wie aus Daten der US-Gesundheitsbehörde CDC hervorging. Mehr als 61 Prozent der Erwachsenen im Land haben demnach mindestens eine Impfdosis erhalten. Unter den Senioren liegen die Zahlen deutlich höher: Rund 85 Prozent der Menschen ab 65 Jahren haben mindestens eine Impfdosis bekommen, rund 74 Prozent der Altersgruppe sind vollständig geimpft. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung liegt die Quote der vollständig Geimpften bei rund 40 Prozent.

In den Vereinigten Staaten wird neben den Impfstoffen von Moderna und Biontech/Pfizer, bei denen zwei Dosen gespritzt werden, auch der Impfstoff von Johnson & Johnson eingesetzt, der bereits nach einer Dosis seine volle Wirkung entfaltet. Das Präparat von Biontech/Pfizer ist in den USA auch für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren zugelassen, die übrigen Präparate dürfen bislang nur Erwachsenen verabreicht werden.

William Shakespeare ist tot – er war der erste Corona-geimpfte Mann weltweit

17.55 Uhr: Wie die britische "Daily Mail" berichtet, ist William Shakespeare tot. Der Brite war am 8. Dezember als erster Mann weltweit mit dem damals neu zugelassenen Coronavirus-Impfstoff Biontech/Pfizer im University Hospital Coventry geimpft worden. Den Angaben zufolge verstarb er nach einer längeren Krankheit, die nichts mit Corona oder der Impfung zu tun gehabt habe. Das Bild von Shakespeares Impfung ging um die Welt. Der Brite sei sehr stolz auf den Ruhm gewesen, den seine Impfung mit sich gebracht habe, so seine Familie. William Shakespeare wurde 81 Jahre alt.

Der allererste Impfung hatte im gleichen Krankenhaus die 91-jährige Margaret Keenan, genannt "Oma Maggie", ein paar Minuten früher bekommen.

 

 

 

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