Gesundheit

Vegane Ernährung kann Risiko für Knochenbrüche erhöhen – Heilpraxis

Verbindung zwischen Knochenbrüchen und veganer Ernährung

Eine vegane Ernährung mit einer geringen Kalzium- und Eiweißzufuhr ist mit einem signifikant erhöhtem Risiko für Knochenbrüche verbunden, warnen Forschende der international renommierten University of Oxford angesichts neuer Studienergebnisse.

Menschen mit veganischer und vegetarischer Ernährung, die nur wenig Kalzium und Eiweiß zu sich nehmen, haben ein höheres Risiko für das Auftreten von Knochenbrüchen, als es bei Fleisch essenden Personen der Fall ist, so das Ergebnis einer Untersuchung unter der Beteiligung von Forschenden der University of Oxford. Veganerinnen und Veganer scheinen dabei besonders gefährdet. Die Studie wurde in dem englischsprachigen Fachblatt „BMC Medicine“ publiziert.

Stark erhöhtes Risiko für Knochenbrüche

Der Untersuchung zufolge haben Veganerinnen und Veganer insbesondere ein höheres Risiko für Hüft- und Beinfrakturen sowie für Frakturen an Schlüsselbein, Rippen und Wirbeln. Die größten Unterschiede gab es bei Hüftfrakturen, bei denen das Risiko bei Veganerinnen und Veganern 2,3-mal höher war als bei Menschen, die Fleisch verzehrten. Aber auch Vegetarier und Peskatarier (Personen, die kein Fleisch, aber Fisch essen) hatten laut der Studie ein höheres Risiko für Hüftfrakturen, als Personen, die Fleisch zu sich nahmen.

Für die aktuelle Studie wurden die Daten von fast 55.000 in Großbritannien lebenden Männern und Frauen ausgewertet. Von den Teilnehmenden verzehrten fast 30.000 Fleisch, etwa 8.000 waren Peskatarier, mehr als 15.000 waren Vegetarier und fast 2.000 waren zum Zeitpunkt ihrer Rekrutierung Veganer. Im Verlauf der Studie traten insgesamt 3.941 Frakturen auf.

Ergebnisse früherer Studien

Frühere Studien haben bereits die Kalzium- und Proteinzufuhr mit der Knochengesundheit in Verbindung gebracht. Außerdem stellte sich heraus, dass ein niedriger BMI mit einem höheren Risiko für Hüftfrakturen, aber einem geringeren Risiko für Knöchelbrüche verbunden ist. Was spezifische Ernährungstypen anbelangt, so stellten frühere Studien fest, dass Vegetarier eine geringere Knochenmineraldichte aufwiesen als Personen, die Fleisch aßen.

Vitamin-D und Kalzium schützen vor Knochenbrüchen

Anderen Untersuchungen zufolge haben Menschen, die sich vegan oder vegetarisch ernähren, eine geringere Aufnahme von Nahrungsproteinen sowie einen niedrigeren BMI als Menschen, die Fleisch essen. Darüber hinaus haben Veganer möglicherweise eine wesentlich geringere Kalziumaufnahme, was Auswirkungen auf das Frakturrisiko haben kann. Eine Analyse aus dem Jahr 2019 ergab beispielsweise, dass kombinierte Vitamin-D- und Kalziumpräparate zur Prävention von Frakturen beitragen können.

Bei einer einer Studie aus dem Jahr 2007 wurde festgestellt, dass Veganer ein höheres Risiko für Totalfrakturen hatten, Vegetarier jedoch nicht. Wenn in der Studie allerdings nur die Teilnehmenden berücksichtigt wurden, die angaben, täglich mindestens 525 Milligramm Kalzium zu sich zu nehmen, zerstreute sich das erhöhte Risiko. Die Forschenden schränkten zudem ein, dass diese Studie einen Nachbeobachtungszeitraum von lediglich fünf Jahren hatte und sich auf die Selbstberichte der Teilnehmenden stützte.

Einschränkungen der aktuellen Untersuchung?

Die Forschungsgruppe der aktuellen Studie weist darauf hin, dass sie nicht in der Lage waren, die Ursachen der Frakturen zu lokalisieren und ihnen nicht bekannt war, ob die Teilnehmenden Kalziumpräparate eingenommen hatten. Da drei Viertel der Teilnehmenden der aktuellen Studie Frauen waren, seien zudem weitere Untersuchungen mit einem größeren Anteil von Männern erforderlich, um Unterschiede im Risiko nach Geschlecht zu untersuchen.

Zudem hoffen die Forschenden auf die Durchführung zusätzlicher Untersuchungen mit Bevölkerungsgruppen außerhalb von Europa, da es Hinweise darauf geben, dass zwischen den ethnischen Gruppen Unterschiede bezügliche des Frakturrisikos auftreten. (as)

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