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Warnung vor tödlichen Wechselwirkungen bei diesem Herpesmittel – Naturheilkunde & Naturheilverfahren Fachportal

Herpes-Medikament kann schwere Wechselwirkungen zur Folge haben

In einem Rote-Hand-Brief wird vor den potenziell tödlichen Wechselwirkungen zwischen Herpes-Medikamenten aus der Klasse der brivudinhaltigen Arzneimitteln und sogenannten Fluoropyrimidinen gewarnt. Keinesfalls sollten Brivudin und Fluoropyrimidine daher gleichzeitig eingenommen werden.

Zwischen der Anwendung von Brivudin und Fluoropyrimidinen muss ein Abstand von mindestens vier Wochen eingehalten werden, um potenziell tödliche Wechselwirkungen zu vermeiden, warnen die Zulassungsinhaber brivudinhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA). Ein entsprechender Rote-Hand-Brief wurde auf der Internetseite des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) veröffentlicht.

Brivudin und Fluoropyrimidine

Arzneimittel mit Brivudin werden gegen die Viren Herpes simplex Typ 1 (Auslöser von Lippenherpes) und Herpes Zoster (Auslöser der Gürtelrose) angewandt. Fluoropyrimidine kommen ihrerseits in der Krebstherapie, aber auch bei der Behandlung von Pilzinfektionen zum Einsatz. Werden beide Wirkstoffe parallel eingenommen, kann dies fatale Folgen haben.

Fluoropyrimidin-Toxizität stark erhöht

Denn Brivudin hemmt über seinen Hauptmetaboliten Bromovinyluracil (BVU) die Dihydropyrimidindehydrogenase (DPD), ein Enzym, das Pyrimidin-basierte Arzneimittel wie Fluorouracil, Capecitabin, Tegafur und Flucytosin verstoffwechselt. So führt die Hemmung der DPD zu einem erhöhten Level von Fluoropyrimidinen, was die Fluoropyrimidin-Toxizität derart stark erhöht, dass sie potenziell tödlich ist.

Drohende Todesfälle durch Wechselwirkungen

„Es können Todesfälle infolge einer Arzneimittelwechselwirkung zwischen Brivudin und Fluoropyrimidinen (z. B. Fluorouracil (5-FU), Capecitabin, Tegafur, Flucytosin) auftreten“, so die eindeutige Warnung in dem Rote-Hand-Brief. Daher werden die Fachinformation, Gebrauchsinformation und Beschriftung des Umkartons entsprechend überarbeitet, um noch stärker auf die Einhaltung, des 4-Wochen-Intervalls zwischen der Behandlung mit Brivudin und Fluoropyrimidinen hinzuweisen.

Auch soll eine Patientenkarte mit den wichtigsten Informationen für Patientinnen und Patienten sowie Angehörige der Gesundheitsberufe jeder Packung beigefügt werden und eine Checkliste für verordnende Ärztinnen und Ärzte bereitgestellt werden.

Wer sollte kein Brivudin erhalten?

Brivudin ist laut den Angaben des Rote-Hand-Briefs kontraindiziert bei Patientinnen und Patienten,

  • die kürzlich eine Krebs-Chemotherapie erhalten haben, derzeit erhalten oder innerhalb von vier Wochen erhalten sollen mit Arzneimitteln, die Fluorouracil enthalten, einschließlich seiner topischen Präparate, seiner Prodrugs (z. B. Capecitabin, Tegafur) und Kombinationspräparate, die einen dieser Wirkstoffe oder andere Fluoropyrimidine enthalten.
  • die vor kurzem eine antifungale Therapie mit Flucytosin erhalten haben oder derzeit erhalten; da eine kleine Menge von Flucytosin in Fluorouracil umgewandelt wird.
  • die immungeschwächt sind, wie z. B. solche, die kürzlich eine Krebs-Chemotherapie erhalten haben.

(fp)

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