Gesundheit

Warum Raucher Äpfel essen und Tee trinken sollten

„Ein Apfel am Tag hält den Doktor fern“: An dem Sprichwort könnte einer internationalen Studie zufolge etwas dran sein – insbesondere für Raucher und Trinker. Und vor allem dann, wenn das Obst mit einer Tasse Tee genossen wird. Denn sowohl Äpfel als auch Tee sind reich an sogenannten Flavonoiden. Ihr Verzehr schütze vor Krebs und Herzerkrankungen, schreiben Forscher im Fachblatt „Nature Communications“.

Auf die Frage, inwieweit Flavonoide ursächlich vor Krebs und kardiovaskulären Erkrankungen schützen, mahnt die Expertin, die nicht an der Studie beteiligt war, zu Vorsicht: „Das ist aus der Studie nicht abzuleiten.“ Ein Problem epidemiologischer Studien sei, dass sie zwar Assoziationen aufzeigten, aber keine Kausalitäten: „Flavonoide sind hier eher als ein Marker oder Indikator für einen insgesamt gesünderen Ernährungs- und Lebensstil anzusehen. Möglicherweise leisten sie selbst auch einen kleinen Beitrag zum geringeren Sterblichkeitsrisiko, aber sie sind ganz sicher nicht allein dafür verantwortlich.“ 

Dies würden auch die Daten in der Studie zeigen: Werden in der Auswertung auch rotes und verarbeitetes Fleisch, Fisch, Ballaststoffe gesättigte und ungesättigte Fettsäuren berücksichtigt, war der Schutzeffekt der Flavonoide deutlich geringer.

Einschränkungen der Studie

Nichtsdestotrotz lobt Kulling die Untersuchung: „Ernährung ist sehr komplex, und viele Faktoren beeinflussen Krankheitsrisiken. Umso wichtiger sind derartige Studien.“ Sie weist allerdings auf eine Einschränkung der Studie hin: Die Teilnehmer wurden je nach Flavonoid-Aufnahme in fünf Gruppen eingeteilt. Diese Aufnahme beruhte auf einer einzigen, wenn auch fundierten Befragung über die Ernährung zu Beginn der Studie. Dies wurde in den folgenden 23 Jahren nicht wieder überprüft. 

„Das mittlere Alter der Probanden lag bei 56 Jahren, viele sind im Untersuchungszeitraum vermutlich aus dem Berufsleben ausgeschieden“, erläutert Kulling. Ein neuer Lebensabschnitt führe vermutlich auch zu Veränderungen in der Ernährung oder im Lebensstil.

Unabhängig davon sei schon vorher gezeigt worden, dass Flavonoide einen Beitrag für die Gesundheit leisten können, indem sie etwa das Verkleben von Blutplättchen hemmen, was für Herz-Kreislauferkrankungen wichtig sei, so Kulling. 

Unklar bleibe, was Flavonoide so gesund mache, betont auch Autorin Bondonno. „Alkoholkonsum und Rauchen fördern Entzündungen und die Schädigung von Blutgefäßen, was das Risiko für eine Reihe von Krankheiten erhöhen kann.“ Andere Studien hätten belegt, dass Flavonoide entzündungshemmend und positiv auf Blutgefäße wirkten. „Das könnte erklären, warum diese mit einem geringeren Risiko für Herztod und Krebs in Verbindung gebracht werden.“

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