Gesundheit

„Weder Digitalisierung an sich noch die Modernisierung der Telematikinfrastruktur lassen sich staatlich orchestrieren“

Bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen setzen die Akteure besonders auf die elektronische Patientenakte (ePA). Mit dem Start am 1. Januar 2021 soll sie allen Versicherten zur Verfügung stehen. Auch wenn sich die ePa bisher noch in der Startphase nur ausgewählter Testregionen befindet, sieht der Gematikchef Markus Leyck Dieken bereits einen Mehrwert der ePa, wie er im Interview mit dem Handelsblatt äußerte. 

Dem Start der elektronischen Patientenakte zum 1. Januar wird große Aufmerksamkeit geschenkt, gilt sie doch als ein zentrales Element auf dem Weg zur digitalen Transformation des Gesundheitswesens. Dabei erscheint der Start zum 1. Januar in den Augen von Kritikern etwas holprig, zumal die ePa nur in den Testregionen Berlin und Westfalen genutzt werden kann. Denn der Mehrwert durch die Anwendungen, die man mit der ePa in die Versorgung bringen möchte, ist zurzeit eben nur auf diese Gebiete beschränkt. Ärzte außerhalb der Testregionen können sie nicht nutzen. Der eigentliche Beginn der ePA ist allerdings erst am 1. Juli. Bis dahin müssen alle Ärzte in der Lage sein, die ePA zu lesen und zu befüllen. Falls nicht, drohen Sanktionen.

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Gematik-Chef Markus Leyck Dieken sieht das anders. „Schon die Daten, die der Patient selbst einstellen kann, können einen Mehrwert bringen, weil sie erstmals zusammengeführt werden“, sagte er dem „Handelsblatt“ im Interview. „Außerdem können Nutzer ihre Patientenverfügung und Kontaktdaten digitalisieren. Es geht auch darum, sich mit dem System vertraut zu machen. Die elektronische Patientenakte bietet schließlich einen Mehrwert, der sich mit jedem Tag der Nutzung mehr steigert.“

Keine ausreichende Kommunikation der ePa

Der Kritik, dass der Start der ePA 2021 nicht ausreichend kommuniziert worden sei, entgegnet Dieken im Interview,  dass eine frühere Thematisierung überhaupt keinen Sinn ergeben hätte. „Im Bewusstsein der Patienten war dieses Thema noch zu weit weg, sodass der Effekt einer solchen Kommunikation schnell wieder verpufft wäre. Beim E-Rezept wäre die Herangehensweise eine andere, denn damit werden die Bürger von Anfang an automatisch in Kontakt kommen.“

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