Gesundheit

Wie können Apotheken beim E-Rezept den Zuzahlungsstatus ändern?

Der Zuzahlungsstaus zählt zu den sogenannten Versichertenstammdaten, die vom Arzt oder der Ärztin auf dem Rezept vermerkt werden. Diese speziellen Daten kann die Apotheke beim E-Rezept nicht verändern – müssen Apotheker:innen und PTA folglich in Zukunft immer, wenn diese Angabe nicht stimmt, ein neues E-Rezept in der ausstellenden Praxis anfordern? Die DAZ fragte bei der Gematik nach.

Kürzlich berichtete die DAZ darüber, in welchen Fällen Apotheken E-Rezepte heilen dürfen. Dazu finden sich in der Technischen Anlage 7 zur Arzneimittelabrechnungsvereinbarung zwölf sogenannte Schlüssel. Den Beitrag mit der vollständigen Liste finden Sie hier.

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Explizit ausgeschlossen sind die Versichertenstammdaten – deren Überprüfung soll quartalsweise in den Praxen der Ärztinnen und Ärzte erfolgen. Zu den Versichertenstammdaten zählen zum Beispiel Name und Adresse des oder der Versicherten sowie Informationen zur Krankenversicherung. Auch die Angabe, ob eine Person zuzahlungspflichtig ist oder nicht, gehört zu den Versichertenstammdaten.

Was tun, wenn der Zuzahlungsstatus nicht stimmt?

Das wirft Fragen auf: Dürfen Apotheken demnach zukünftig den Zuzahlungsstatus nicht mehr ändern, sondern müssen bei fehlerhafter Angabe stets in der jeweiligen Praxis ein neues E-Rezept anfordern? Das würde den Alltag in der Offizin nicht gerade entzerren – Anpassungen am auf dem Rezept vermerkten Zuzahlungsstatus nehmen Apotheker:innen und PTA oft sogar mehrmals täglich vor. Der Klassiker ist wohl, dass der Patient oder die Patientin vergessen hat, die Befreiung in der Praxis vorzuzeigen. Das dürfte sich auch bei der Umstellung auf das E-Rezept nicht ändern.

Wer kann sich von der Zuzahlung befreien lassen?

Seit Inkrafttreten des GKV-Modernisierungsgesetzes (GMG) im Jahr 2004 müssen alle volljährigen Patientinnen und Patienten eine Zuzahlung von 10 Prozent der Gesamtkosten (höchstens 10 Euro, mindestens 5 Euro) leisten, wenn sie zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung Arzneimittel verordnet bekommen. Auch für stationäre Krankenhausbehandlungen sowie Heil- und Hilfsmittel gibt es solche Zuzahlungen. Nach Erreichen der Belastungsgrenze von 2 Prozent des Jahresbruttoeinkommens können sich Versicherte aber von den Zuzahlungen befreien lassen. Bei chronisch Kranken liegt die Schwelle bei 1 Prozent des Einkommens. Sie müssen dazu einen entsprechenden Antrag bei ihrer jeweiligen Krankenkasse stellen. Zuweilen ist dies auch schon zu Jahresbeginn möglich, wenn sich absehen lässt, dass die Belastungsgrenze im Kalenderjahr erreicht wird. Kinder und Jugendliche sind dagegen grundsätzlich von der gesetzlichen Zuzahlung zu Arzneimitteln befreit.

Quelle: ABDA

Die DAZ fragte bei der Gematik nach: Muss das Apothekenpersonal tatsächlich immer ein neues E-Rezept anfordern, wenn es feststellt, dass der Zuzahlungsstatus nicht stimmt? Die Gematik gibt Entwarnung: „Ja, es ist richtig, dass der Zuzahlungsstatus in den Verordnungsdaten vom Arzt dokumentiert wird“, schreibt eine Sprecherin der Redaktion. „Allerdings kann die Apotheke einen abweichenden Zuzahlungsstatus in den Abgabedaten notieren, wenn dieser bei der Erstellung der Verordnung fehlerhaft erfasst wurde. Es ist nicht notwendig, dass die Apotheke (oder der/die Versicherte) ein neues E-Rezept organisieren muss.“

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