Gesundheit

Wie nachhaltig sind Deutschlands Apotheken und Praxen?

Eine gesunde Umwelt ist Grundvoraussetzung für die Gesundheit – doch wie nachhaltig ist das Gesundheitssystem selbst? Das wollte die Apobank wissen und befragte 500 selbständige Apotheker:innen, Ärztinnen und Ärzte sowie Zahnmediziner:innen zu dem Thema.

In Deutschland kümmern sich laut einer Pressemitteilung der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (Apobank) vom gestrigen Dienstag mehr als 100.000 Arztpraxen, rund 50.000 niedergelassene Zahnärztinnen und -ärzte sowie knapp 19.000 öffentliche Apotheken um die ambulante Versorgung. In einer Umfrage wollte die Apobank wissen, wie es um die Nachhaltigkeit in deutschen Praxen und Apotheken bestellt ist, welchen Stellenwert das Thema für die Niedergelassenen hat und welche Hindernisse es gibt. Insgesamt nahmen 500 Heilberufler:innen teil. Sie wurden in Zusammenarbeit mit DocCheck Research im Juli/August 2021 online befragt.

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Die Studie zeige, dass Nachhaltigkeit in deutschen Praxen und Apotheken durchaus ein aktuelles Thema ist, heißt es in der Mitteilung: Für 61 Prozent der Befragten hat sie den Umfrageergebnissen zufolge einen hohen Stellenwert, für 28 Prozent sogar eine sehr hohe Relevanz. Auf einer Skala von 1 (nicht nachhaltig) bis 10 (sehr nachhaltig) bewerten die Heilberufler:innen ihre Praxen und Apotheken durchschnittlich mit 6,2. Die größten Treiber für mehr Nachhaltigkeit sind dabei die eigene Überzeugung oder die soziale Verantwortung gegenüber der nachfolgenden Generation.

Drei Säulen der Nachhaltigkeit

„Um sich dem vielschichtigen Thema zu nähern, haben wir uns in der Ausgestaltung unserer Studie an dem geläufigen ESG-Modell orientiert, das auf den drei Säulen ‚Environmental‘, ‚Social‘ und ‚Governance‘ basiert“, erklärt Daniel Zehnich, Bereichsleiter Gesundheitsmärkte und Gesundheitspolitik bei der Apobank. „Entsprechend geht es nicht nur um den sorgsamen Umgang mit natürlichen Ressourcen, sondern auch um ökonomische und soziale Kriterien der Nachhaltigkeit.“

Fast alle abgefragten ökologischen Maßnahmen werden von mindestens der Hälfte der Niedergelassenen bereits berücksichtigt – allem voran das Entsorgungsmanagement, wie beispielsweise Mülltrennung, Recycling oder die Nutzung von Mehrwegprodukten. Dicht gefolgt von einem ressourcenschonenden Energieverbrauch, sei es durch Ökostrom oder energieeffiziente Geräte und der Digitalisierung im Sinne einer papierlosen Praxis bzw. Apotheke. Nach der eigenen Motivation befragt, nennt die Mehrheit neben intrinsischen Faktoren wie persönliche Überzeugung und soziale Verantwortung auch die Senkung der Betriebskosten.

Was bremst die Nachhaltigkeit aus?

Auf der anderen Seite gehören ein Mangel an nachhaltigen Alternativen sowie ein hoher Zeit- und Kostenaufwand zu den Kriterien, die eine nachhaltige Entwicklung eher ausbremsen. „Die Wirtschaftlichkeit der eigenen Praxis oder Apotheke müssen die Niedergelassenen stets im Auge behalten. Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit sind davon selbstverständlich nicht ausgenommen“, kommentiert Zehnich.

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