Gesundheit

Wiederholungsverordnungen in der Warteschleife

Vergangene Woche machte der CDU-Gesundheitsexperte Alexander Krauß seinem Ärger darüber Luft, dass die Selbstverwaltung noch immer keine Einigung zur Ausgestaltung der sogenannten Wiederholungsrezepte erzielt hat. Im Zentrum seiner Kritik steht die Kassenärztliche Bundesvereinigung, die demnach bei den Verhandlungen mauert und einen gemeinsamen Vorschlag von DAV und GKV blockieren soll. Was sagen die beteiligten Verbände dazu? DAZ.online fragte nach.

Ob die sogenannten Wiederholungsverordnungen noch vor dem E-Rezept kommen, ist fraglich. Das kritisierte der CDU-Bundestagsabgeordnete Alexander Krauß bereits in der vergangenen Woche und wirft der Selbstverwaltung Verweigerung vor. „Es kann nicht sein, dass die Kassenärztliche Bundesvereinigung die Einführung blockiert“, sagte er laut einer Pressemitteilung vom vergangenen Dienstag. „Als Gesetzgeber können wir es nicht hinnehmen, dass der Bundestag eine gesetzliche Regelung beschließt, die Selbstverwaltung diese aber dann nicht umsetzt.“ Sein Vorschlag: „Bis zur Einführung des elektronischen Rezepts zum 1. Januar 2022 könnte ein Arzt einfach vier Rezepte mit unterschiedlichen Gültigkeitsdaten ausstellen.“

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Wo bleiben die Wiederholungsrezepte?

Stehen die Kassenärzte tatsächlich auf der Bremse, wenn es um die Wiederholungsverordnungen geht? Klar ist: Als Freunde dieser neuen Art von Rezept haben sie sich noch nie positioniert. Auf Nachfrage von DAZ.online bei der KBV erklärte nun deren  Vorstandvize Dr. Stephan Hofmeister: „Wir haben immer das Gespräch mit unseren Verhandlungspartnern gesucht, um die Mehrfachverordnung auf den Weg zu bringen. Jedoch ist der aktuelle Vorschlag des GKV- Spitzenverbands und der ABDA aus unserer Sicht für die Praxen zum jetzigen Zeitpunkt nicht praktikabel.“ Laut KBV soll demnach der Arzt vier Rezepte mit einem handschriftlich vermerkten Gültigkeitszeitraum ausstellen. „Das würde für Praxen unnötige zusätzliche Bürokratie bedeuten. Wir schlagen daher vor, diese Form der Mehrfachverordnung zusammen mit dem elektronischen Rezept im kommenden Jahr einzuführen.“

Für die Zeit bis dahin hat die KBV auch schon einen Vorschlag: „Zwischenzeitlich haben wir uns für eine Übergangslösung eingesetzt, wonach der Vertragsarzt ein Rezept mit der Menge für einen Zeitraum von bis zu einem Jahr ausstellen kann. In der Apotheke erhält der Versicherte bei Einlösung der Mehrfachverordnung die insgesamt verordnete Menge. Da eine Mehrfachverordnung für Patienten infrage kommt, bei denen über den gesamten Verordnungszeitraum eine Umstellung der Therapie nicht zu erwarten ist und gleichzeitig bei diesen Patienten ein sorgsamer Umgang mit den verordneten Arzneimittel anzunehmen ist, ist dies aus unserer Sicht eine praktikable Lösung.“

Apotheker unterstützen BMG-Vorschlag

Und was sagen ABDA und GKV-Spitzenverband zum Sachverhalt? Auf Anfrage von DAZ.online nicht viel: „Gemäß dem gesetzlichen Auftrag bemüht sich der DAV seit langem um eine schnelle, sichere und patientenfreundliche Umsetzung der Mehrfachverordnung als Papierrezept, bevor die Einführung als E-Rezept möglich ist“, informiert die ABDA-Pressestelle. Von einem gemeinsamen Vorschlag mit GKV-Spitzenverband spricht man hier allerdings nicht. Vielmehr heißt es, der DAV unterstütze „einen Vorschlag aus dem BMG vom November 2020, wonach die Vertragsärztinnen und Vertragsärzte vier Verordnungsblätter ausstellen sollen. Eine entsprechende Einigung mit der KBV und der GKV konnte bislang leider jedoch in den laufenden Gesprächen noch nicht erzielt werden.“

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