Gesundheit

Zahl der Neu-Infektionen nähert sich Marke von 1000 – R-Wert wieder unter 1

Die Corona-Pandemie hält die Welt weiterhin in Atem: Mehr als 17 Millionen Menschen haben sich bisher mit dem Coronavirus infiziert, 213.348 davon in Deutschland. Die USA melden beinahe täglich neue Rekordzahlen. Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise aus Deutschland, Europa und der Welt lesen Sie im News-Ticker von FOCUS Online.

Corona-News aus Deutschland und der Welt – die Topmeldungen: Spahn: Gesundheitswesen kann mit 1000 Neuinfektionen am Tag umgehen  (22.22 Uhr) +++ Britische Regierung kaufte 50 Millionen für Krankenhäuser ungeeignete Schutzmasken (21.31 Uhr) +++ Bundesländer melden fast 1000 Neuinfektionen (19.41 Uhr) +++ Münchner Studie stützt Streeck-Aussage zu Ansteckungsgefahr durch Kinder (18.14 Uhr)

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Forscher errechnen düsteres Szenario für die USA – Maskenpflicht würde viele Leben retten

06.19 Uhr: Bis Dezember könnten nach einem weithin beachteten Modell in den USA insgesamt fast 300.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus sterben. Das wären rund 140.000 Tote mehr als derzeit. Wenn 95 Prozent der Menschen in der Öffentlichkeit stets Masken trügen, könnte die Zahl der Opfer bis 1. Dezember mit rund 228.000 deutlich geringer ausfallen, erklärten die Forscher des Instituts IHME der Universität Washington in Seattle am Donnerstag.

Das Modell des Instituts befürchtet nun bis 1. Dezember 295.000 Tote. Vor der jüngsten starken Zunahme der Neuinfektionen in den USA hatte das Modell bis 1. November noch mit rund 230.000 Toten gerechnet.

"Wir erleben in den Vereinigten Staaten eine Achterbahnfahrt", erklärte Institutsdirektor Christopher Murray. Sobald die Infektionen in einem Gebiet dramatisch ansteigen, tragen die Menschen Masken und befolgen die nötigen Vorsichtsmaßnahmen, sobald sich die Situation entspanne, verflüchtige sich aber auch die Vorsicht wieder, wie Murray kritisierte. "Das führt natürlich zu mehr Infektionen. Und der womöglich tödliche Kreislauf beginnt wieder von vorne", sagte er.

Baden-Württemberg: Auch nach Sommerferien keine Maskenpflicht an Schulen

Freitag, 7. August, 06.12 Uhr: Auch nach den Sommerferien soll es in baden-württembergischen Schulen keine Maskenpflicht im Unterricht geben. "Ich halte aus pädagogischen Gründen wenig von einer Maskenpflicht im Unterricht", sagte Kultusministerin Susanne Eisenmann der Deutschen Presse-Agentur. Gerade im Unterricht sei es wichtig, klar kommunizieren zu können. "Stellen Sie sich zum Beispiel mal den Französischunterricht mit Maske vor, das ist schon schwierig", sagte Eisenmann. Getty Images/izusek Experten fordern ein Präventionskonzept für die Rückkehr zur Schule.

Es gebe allerdings nach den Sommerferien ab Klasse fünf und an den weiterführenden Schulen eine Maskenpflicht auf Bewegungsflächen wie den Schulfluren, der Aula und den Toiletten. An Grundschulen seien Masken auch nach den Ferien nicht vorgeschrieben, sagte Eisenmann Nordrhein-Westfalen hat als bisher einziges Bundesland eine Maskenpflicht auch im Unterricht angekündigt. Baden-Württemberg nimmt in diesem Jahr als letztes Bundesland nach den Sommerferien den regulären Schulbetrieb auf.

Wissenschaftler wie der Charité-Virologe Christian Drosten und der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, widersprechen allerdings der Lesart Eisenmanns und zahlreicher anderer Kultusminister. In einer Stellungnahme der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle empfehlen sie, dass an Deutschlands Schulen von der fünften Klasse an auch im Unterricht Maske getragen wird, wenn nicht ausreichend Abstand möglich ist. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderte Eisenmann auf, die Empfehlungen der Wissenschaft umzusetzen.

Spahn: Gesundheitswesen kann mit 1000 Neuinfektionen am Tag umgehen

22.22 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat nach dem jüngsten Anstieg der Corona-Neuinfektionen klargemacht, dass er derzeit keine kritische Schwelle überschritten sieht. "Im Moment sind wir in jedem Fall noch in einer Größenordnung, mit der das Gesundheitswesen und der öffentliche Gesundheitsdienst umgehen kann", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag dem ZDF-"Heute Journal". "Wenn wir uns jetzt stabilisieren auf einem bestimmten Niveau, dann können wir damit umgehen. Wenn die Zahlen weiter steigen, dann kommt es auf uns alle an, im Alltag aufeinander zu achten und eben weitere Maßnahmen tatsächlich auch nicht nötig zu machen."

Zuletzt hatte das das Robert Koch-Institut (RKI) erstmals seit drei Monaten mehr als 1000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI demnach 1045 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages, wie es am frühen Donnerstagmorgen hieß. Eine Auswertung von FOCUS Online vom Donnerstagabend ergab zudem, dass den Gesundheitsämtern der Länder erneut knapp 1000 Neuinfektionen gemeldet wurden (siehe Eintrag um 19.41 Uhr).

Spahn unterstrich die Linie, im Fall der Fälle vor allem auf regionale Maßnahmen zu setzen. Auf die Frage, ab wann neue Einschränkungen nötig würden, betonte Spahn, es gebe nicht "die eine Zahl, auf die alles reduziert werden kann". "Es gibt den Steigerungsfaktor – also um wie viel dynamischer wird das Infektionsgeschehen? Es gibt die absolute Zahl der Infektionen. Mit um die 1000 Neuinfektionen pro Tag kann das Gesundheitswesen umgehen."

Britische Regierung kaufte 50 Millionen für Krankenhäuser ungeeignete Schutzmasken

21.31 Uhr: Die Pannenserie der britischen Regierung im Umgang mit der Coronavirus-Pandemie reißt nicht ab. Wie am Donnerstag bekannt wurde, hat das Gesundheitsministerium in London 50 Millionen Stück Schutzmasken gekauft, die nicht für den Gebrauch in Krankenhäusern tauglich sind. Das geht aus Gerichtsdokumenten hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen.

Die Nichtregierungsorganisation Good Law Project wirft der Regierung in dem Verfahren vor, beim Kauf von Schutzausrüstung in der Pandemie gegen Wettbewerbsregeln verstoßen zu haben. In einem Schreiben gestehen die Anwälte der Regierung ein, dass 50 Millionen Schutzmasken nicht für den Gebrauch im Nationalen Gesundheitsdienst NHS geeignet sind, weil sie mit Gummibändern an den Ohren anstatt hinter dem Kopf befestigt werden. Damit sei nicht gewährleistet, dass die Masken eng genug anliegen, so die Begründung. dpa/Evening Standard/Jeremy Selwyn/PA Wire/dpa Boris Johnson gesteht Fehler beim Umgang mit der Pandemie ein.

Nach Schätzung des Good Law Project wurden für die Masken zwischen 156 und 177 Millionen Pfund (umgerechnet rund 173 bis 196 Millionen Euro ausgegeben). Was mit den Masken nun geschehen soll, war zunächst unklar. Hinzu kommt, dass der Kauf von einem Regierungsberater eingefädelt wurde, der laut BBC gleichzeitig für die beauftragte Firma tätig war.

Premierminister Boris Johnson sagte der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge, er sei "sehr enttäuscht" dass sich Lieferungen von Schutzmaterial als nicht geeignet herausstellten. Er verwies jedoch darauf, dass Großbritannien Milliarden von Schutzmaterialien beschafft habe und nun vermehrt auch im eigenen Land herstelle.

Kurz vor Trump-Besuch: Gouverneur von Ohio Corona-positiv gestestet

20.21 Uhr: Kurz vor einem Besuch von US-Präsident Donald Trump in Ohio ist der Gouverneur des Bundesstaates, Mike DeWine, positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der Republikaner am Donnerstag nur wenige Stunden vor einem geplanten Treffen mit Trump über Twitter mit. DeWine hätte Trump, der in Ohio unter anderem ein Unternehmen besucht, auf dem Flughafen in Cleveland begrüßen sollen.

Der vorgeschriebene Test vor einem Kontakt mit dem Präsidenten habe das positive Ergebnis gebracht, erklärte DeWine. Nach eigenen Angaben hat der 73-Jährige keine Symptome und will sich den Regeln entsprechend für die kommenden 14 Tage bei sich zu Hause in Quarantäne begeben. "Wir wollen ihm das Allerbeste wünschen", sagte Trump nach seiner Ankunft in Cleveland.

DeWine ist der zweite US-Gouverneur mit einem positiven Corona-Test. Im Juli hatte sich der Regierungschef von Oklahoma, Kevin Stitt, mit dem Virus infiziert. Auch er ist Republikaner. Gelegentlich kommt es auch zu falschen Testergebnissen.

Bundesländer melden fast 1000 Neuinfektionen

19.41 Uhr: In Deutschland haben sich nach Angaben der Landesgesundheits- und Sozialministerien der Bundesländer bislang 213.348 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Am Donnerstag lag die Zahl der Neuinfektionen mit 979 noch einmal über dem Wert vom Mittwoch (930 Neuinfektionen). Besonders stark war der Anstieg in Nordrhein-Westfalen mit 425 Neuinfektionen. dpa/Sven Hoppe/dpa/Symbolbild Eine Mitarbeiterin bereitet Proben von Menschen mit Covid-19 Verdacht für die weitere Analyse vor.

9148 Menschen sind bislang an den Folgen des Virus gestorben. Das RKI beziffert die Zahl der Genesenen auf rund 195.200. Somit sind rund 9000 Menschen akut infiziert (aktive Fälle). Das sind 700 mehr als noch am Mittwoch.

Der R-Wert stieg laut RKI leicht, von 0,90 auf 0,99 – und liegt somit nur ganz knapp unter der kritischen Marke von 1. Der R-Wert gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt.

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 37.647 (1852 Todesfälle)
  • Bayern: 51.583 (2622 Todesfälle)
  • Berlin: 9542 (224 Todesfälle)
  • Brandenburg: 3622 (173 Todesfälle)
  • Bremen: 1801 (56 Todesfälle)
  • Hamburg: 5529 (231 Todesfälle)
  • Hessen: 12.310 (523 Todesfälle)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 910 (20 Todesfälle)
  • Niedersachsen: 14.736 (654 Todesfälle)
  • Nordrhein-Westfalen: 50.439 (1752 Todesfälle)
  • Rheinland-Pfalz: 7687 (239 Todesfälle)
  • Saarland: 2881 (174 Todesfälle)
  • Sachsen: 5588 (224 Todesfälle)
  • Sachsen-Anhalt: 2050 (64 Todesfälle)
  • Schleswig-Holstein: 3569 (158 Todesfälle)
  • Thüringen: 3400 (182 Todesfälle)

Gesamt (Stand 05.08.2020, 20.38 Uhr): 213.348 (9148 Todesfälle)

Vortag (Stand 05.08.2020, 20.38 Uhr): 212.369 (9146 Todesfälle)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

Die Zahl der Geheilten liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei rund 195.200

Die Zahl der aktiven Fälle liegt damit bei rund 9000

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl: 0,99

TOP-NEWS: Münchner Studie stützt Streeck-Aussage zu Ansteckungsgefahr durch Kinder

18.14 Uhr: Im Rahmen der „Virenwächter-Studie“ haben Forscher der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität die schrittweise Öffnung von zehn städtischen Grundschulen und Kindergärten seit Ende der Pfingstferien begleitet, insgesamt fünf Wochen lang bis zum 31 Juli. Pro Woche wurden dabei 20 Kinder und fünf Betreuer nach dem Zufallsprinzip auf das Coronavirus getestet.

Das Ergebnis: Kein einziger Test fiel positiv aus. Für Studienleiter Ulrich von Both bedeutet das: „Da es in diesen 5 Wochen bei wöchentlicher Testung keinen einzigen positiven Fall gab, können wir weiter keinen Anhaltspunkt dafür entdecken, dass Kinder zu den Hauptüberträgern des neuartigen Coronavirus zählen.“ dpa/Rolf Vennenbernd/dpabild Kinder frühstücken in einer Kindertagesstätte.

Immer wieder wird in Debatten die Frage aufgeworfen, welche Rolle Kinder bei der Verbreitung des Virus spielen. Der Bonner Virologe Hendrick Streeck hatte etwa zuletzt betont, er halte die Gefahr einer Ansteckung mit Sars-CoV-2 über Kinder, die wieder die Schule besuchten, für gering.

Lesen Sie auch: Bonner Virologe über Ansteckungsgefahr – Streeck: "Halte Gefahr, mir über Kinder Covid-19 nach Hause zu holen, für gering"

Insgesamt wurden im Rahmen der „Virenwächter-Studie“ die Proben von 1000 Kindern im Alter von eins bis zehn Jahren sowie von 250 Beteuern untersucht. Ziel der Studie war, den Öffnungsprozess der Einrichtungen wissenschaftlich zu begleiten, Infektionen schnell zu erkennen und den teilnehmenden Betreuern und Eltern ein gewisses Maß an Sicherheit zu vermitteln.


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