Persönliche Gesundheit

Experten warnen: Corona-Infektionen steigen weiter

Die ansteigenden Coronavirus-Infektionszahlen in Deutschland bereiten dem Robert-Koch-Institut (RKI) Sorgen. Ob sie den Beginn einer zweiten Welle markieren, sei noch nicht abzuschätzen. Jeder Einzelne könne jedoch dazu beitragen, dass es nicht dazu kommt.

"Wir sind mitten in einer sich rasant entwickelnden Pandemie", stellt RKI-Präsident Professor Dr. Lothar Wieler bei einem Pressebriefing in Berlin klar. Über Wochen und Monate lagen die Zahlen der Neuinfektionen, die dem RKI gemeldet wurden, niedrig – bei 300 bis 500 pro Tag. Seit zwei Wochen sei aber eine erneute Zunahme der Coronavirus-Infektionen zu verzeichnen gewesen, die "allen im RKI große Sorgen bereitet", wie Wieler betonte. So seien am vergangenen Freitag 815 und am Samstag 781 neue Infektionen gemeldet worden. Diese stammten nicht aus einzelnen großen Ausbrüchen wie in Gütersloh, sondern aus vielen kleinen Ausbrüchen im gesamten Bundesgebiet.

"Es sind leider wirklich viele Bundesländer und Landkreise betroffen", sagt Dr. Ute Rexroth, Leiterin des RKI-Fachbereichs Surveillance. Zu Übertragungen komme es etwa bei Familienfeiern, Treffen mit Freunden, am Arbeitsplatz, in Gemeinschaftsunterkünften, Altenheimen und Einrichtungen des Gesundheitswesens, wo schwere Verläufe zu erwarten seien. Auch wenn Fälle von Reiserückkehrern verzeichnet würden: Der größte Teil der Betroffenen habe sich in Deutschland angesteckt, sagte Rexroth. Urlauber machten nur etwa 10 Prozent der Fälle aus.

Zweite Welle verhindern: Corona-Regeln weiter beachten

Ein Grund für den Anstieg der Infektionszahlen sei eine wachsende Sorglosigkeit in der Bevölkerung. Doch nach wie vor müsse stark auf Prävention gesetzt werden, betonte Wieler. Die AHA-Regeln müssten noch über lange Zeit eingehalten werden. Dazu zählt Abstand halten, Hygiene und eine Alltagsmaske oder einen anderen Mund-Nasen-Schutz zusätzlich zu tragen, wenn Abstandhalten nicht möglich ist. In Räumen müsse zudem auf eine gute Durchlüftung geachtet werden. «Wir haben es selbst in der Hand, wie sich die Pandemie in Deutschland weiter entwickelt«, mahnte Wieler. Zu Tausenden wilde Partys zu feiern, sei "rücksichtslos" und auch "fahrlässig". Denn junge Menschen, die selbst nicht zur Risikogruppe gehörten, könnten ihre Eltern und Großeltern infizieren.

Ob es sich bei dem erneuten Anstieg der Fallzahlen in Deutschland um den Beginn einer zweiten Welle handelt, sei noch nicht zu beantworten. Das könne erst im Nachhinein festgestellt werden. Wieler zeigte sich aber optimistisch, dass durch Einhalten der AHA-Regeln eine unkontrollierte Ausbreitung des Erregers verhindert werden kann.

ch/PZ/NK

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