Persönliche Gesundheit

Würden Sie die Pille nehmen? Das haben deutsche Männer geantwortet

Kürzlich haben Forscher ein neues potentielles Verhütungsmittel für Männer getestet – mit Erfolg. Das Mittel soll als Tablette auf den Markt kommen und als „Pille für den Mann“ dienen. FOCUS Online hat männliche User befragt, ob sie sich vorstellen können, die Pille zu nehmen. Die Meinungen gehen auseinander.

Etwa die Hälfte der deutschen Männer (49,9 Prozent) kann sich vorstellen, zur Empfängnisverhütung die "Pille für den Mann" zu nehmen. Das hat eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey ergeben. In der Befragung wurden die Antworten von 3043 Teilnehmern berücksichtigt.

Die exakte Frage lautete: "Können Sie sich grundsätzlich vorstellen, zur Empfängnisverhütung die 'Pille für den Mann' zu nehmen?" Etwas mehr als jeder Dritte Befragte (36 Prozent) schließt die Einnahme komplett aus. 14,3 Prozent sind unentschieden.

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Klarer Unterschied zwischen West und Ost

Ein klarer Unterschied lässt sich zwischen West- und Ostdeutschland feststellen. Während sich im Westen die Mehrheit der Männer (51,8 Prozent) vorstellen können, die "Pille für den Mann" zu nehmen (34,5 Prozent können es sich nicht vorstellen), tendieren nur 42 Prozent der ostdeutschen Männer dazu. 40 Prozent der Ostdeutschen sind dazu nicht bereit.

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Eine kleine Differenz zeigte sich auch zwischen ledigen, verheirateten beziehungsweise verwitweten oder geschiedenen Männern. Geschiedene waren etwas häufiger bereit, ein Verhütungsmittel einzunehmen (54,5 Prozent), gegenüber verheirateten beziehungsweise verwittweten Männern (49,9 Prozent). Die geringste Bereitschaft zeigten ledige Männer mit (48,6 Prozent).

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Wähler von SPD, Grünen und Linken sind der Verhütungsmethode offener gegenüber

Keine signifikanten Unterschiede ließen sich in Bezug auf die Altersgruppen feststellen. Bei den Wählern verschiedener Parteien zeigte sich folgendes Bild: Bei den Anhängern von SPD (circa 64 Prozent), Grünen (circa 60 Prozent) und Linken (circa 56 Prozent) ist die grundsätzliche Bereitschaft, die "Pille für den Mann" zu nehmen, etwas häufiger vertreten als bei Anhängern von CDU/CSU (circa 46 Prozent), FDP (circa 50 Prozent) und AfD (circa 42 Prozent).

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Die Umfrage entstand vor dem Hintergrund, dass Forscher der University of Washington kürzlich einen hormonellen Wirkstoff getestet hatten. Dieser hemmt die Produktion des körpereigenen Testosterons in den Hoden und soll somit die Spermienproduktion stören. Das Mittel soll als Tablette auf den Markt kommen und als "Pille für den Mann" dienen.

Bereits im vergangenen Jahr testeten die Wissenschaftler ein Medikament, das sich als potentielles Verhütungsmittel erwiesen hat. Der neue Wirkstoff 11-Beta-Methyl-19-Nortestosteron-Dodekylcarbonat oder kurz 11-Beta-MNTDC lieferte nun noch bessere Testergebnisse.

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